Schach - SG 31 Bensheim trifft bei Internet-Wettbewerb auf Teams aus Usbekistan und Peru Drei Aufstiege in der Quarantäne-Liga

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red
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Bensheim. Das Coronavirus hat die Sportwelt vor rund drei Monaten schlagartig zum Erliegen gebracht. Auch im Schachbezirk Bergstraße wurde die Saison vorzeitig abgebrochen. Doch schnell entwickelte sich eine Alternativszene im Internet. Wurde das Schachspielen im Internet von den Vereinen bisher eher als Bedrohung gesehen, so wurde es jetzt ein Segen. Welcher andere Sport lässt sich schon fast problemlos im Internet betreiben?

Heute erster Trainingsabend Auch bei der Schachgesellschaft ...

Heute erster Trainingsabend Auch bei der Schachgesellschaft 1931 Bensheim ruhte der Spielbe trieb an den Brettern wegen der Corona-Pandemie seit Mitte März. Die virtuellen Spielmöglichkeiten im Internet waren nur ein schwa
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Ein Glücksfall war, dass sich neben einigen kommerziellen Angeboten in den letzten Jahren die kostenlose Plattform Lichess zu einem populären Tummelplatz entwickelt hat. Schon einen Tag nach den letzten Partien auf echten Brettern errichtete die Schachgesellschaft 1931 Bensheim dort ihr virtuelles Vereinsheim und richtete das erste kleine Testturnier aus. Seitdem gab es dort jeden Freitag ein Turnier, das sehr gut angenommen und auch von Spielern benachbarter Vereine besucht wurde. Selbst ehemalige Mitglieder, die es beruflich nach Berlin oder Wien verschlagen hatte, konnten plötzlich wieder mitspielen.

Dann kam der nächste Glücksfall: Eine Fachzeitschrift gründete die „Quarantäne-Bundesliga“, die rasant anwuchs. Die Bensheimer begannen in der damals niedrigsten 6. Liga und schafften schnell drei Aufstiege in die 3. Liga. Man spielt immer in einer Gruppe mit zehn Teams. Zwar sind es zumeist deutsche Vereinsteams, aber es gibt auch Exoten aus fernen Ländern. Die Bensheimer durften sich schon mit Teams aus Taschkent (Usbekistan), Lima (Peru) oder der andalusischen Kleinstadt Alcadaute messen. Aber auch gegen Schwerin, Dinslaken, Münster, München-Ost, Werder Bremen oder Nürnberg spielt man im normalen Mannschaftsschach nicht oft.

Nach einigem Auf und Ab ist die SG 31 wieder in der 6. Liga angekommen – die aber nicht mehr die niedrigste ist, denn inzwischen ist der Wettbewerb auf zwölf Ligen angewachsen. red