Fußball - Nach der historischen 0:3-Niederlage in Halle fehlen Ferati und Schultz am Sonntag im Spitzenspiel gegen Bayern München II Dem SV Waldhof gehen die Alternativen aus

Von 
Thorsten Hof
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Der Anfang vom Ende: Michael Schultz kann nur noch zusehen, wie der Ball in der 16. Minute hinter Keeper Timo Königsmann zum 1:0 im Waldhof-Tor einschlägt, der Hallenser Sebastian Mai (links) muss nicht mehr eingreifen. © Taeger/Pix/ü

Mannheim. Stolze 32 Spiele war der SV Waldhof Mannheim saisonübergreifend auswärts ungeschlagen, 15 Partien überstand der Aufsteiger bisher in der 3. Liga ohne Niederlage. Doch seit Dienstagabend sind diese Rekorde nur noch stolze Marken in der SVW-Historie. Beim Halleschen FC endete die Super-Serie der mit einer 0:3 (0:1)-Niederlage, härter könnte die Blau-Schwarzen im Endspurt um die Aufstiegsplätze aber die weiter verschärfte Personalsituation treffen. Im nächsten Heimspiel gegen den FC Bayern München II (Sonntag, 17 Uhr) fehlen nun auch noch Arianit Ferati und Michael Schultz nach ihren fünften Gelben Karten. Mohamed Gouaida schied mit Verdacht auf einen Bänderriss früh verletzt aus.

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„Wir haben einfach nicht gut gespielt. Halle war präsenter, zweikampfstärker und hat uns über die Mentalität geschlagen. Das war ein verdienter Sieg für Halle“, gab SVW-Trainer Bernhard Trares nach Spielende zu und machte klar: „Halle ist kein Abstiegskandidat.“

Trares veränderte die Waldhof-Elf auf drei Positionen. Kevin Koffi stürmte von Beginn an, als rechter Außenverteidiger startete Jan Just für Dauerbrenner Jan-Hendrik Marx, dem der Coach eine Pause gönnte. Maurice Deville saß zudem wegen einer starken Fußprellung nur in zivil auf der Tribüne.

Die Gastgeber liefen wie um ihre letzte Chance, gingen giftig in die Zweikämpfe, spielten mit viel Tempo nach vorn und ließen den SVW überhaupt keine Luft. Und sie machten in entscheidenden Phasen die wichtigen Tore. Lindenhahn zirkelte in der 16. Minute einen Freistoß über die Mauer ins linke Eck zum 1:0. In der zweiten Halbzeit übernahm Mannheim immer mehr die Kontrolle, doch gerade als die Partie zu kippen schien, traf Boyd zum 2:0 (61.). Das Trares-Team war geschockt, und Guttau setzte bei einem Konter gut zehn Minuten vor dem Ende sogar noch das 3:0 drauf.

Entwarnung bei Gouaida

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Mit Blick auf das Spitzenspiel am Sonntag gegen den Tabellenzweiten FC Bayern München II gab es am Fronleichnamstag immerhin eine gute Nachricht aus dem Waldhof-Lager: Die Knöchelverletzung von Mittelfeldspieler Mohamed Gouaida stellte sich nicht als Bänderriss heraus. Auch die Schwellung am rechten Fuß des gebürtigen Tunesiers ist zurückgegangen. Ob es für einen Einsatz bis Sonntag reicht, steht allerdings noch in Frage, was das Personalpuzzle für Bernhard Trares nicht einfacher macht.

„Das ist natürlich blöd, dass Mitch (Michael Schultz, die Red.) und ich nun gesperrt sind“, weiß der gelbgesperrte Ferati um die prekäre Situation. „Aber wir müssen das Beste draus machen und bisher haben wir es immer relativ gut kompensieren können, wenn jemand gefehlt hat“, hofft der ehemalige Hamburger, dass die Mannheimer auch diese Phase überstehen können.

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Schon in Rostock, gegen Köln und in Halle musste der SVW gezwungenermaßen mit einigem unerfahrenem Personal agieren. Das schlug sich zwar beachtlich, allerdings fehlen den Trares inzwischen die echten Alternativen. „Im Moment brauchen wir eigentlich jeden Mann und Impulse von außen“, sehnt sich Mittelfeld-Abräumer Marco Schuster nach Entlastung. Wie zuletzt regelmäßig fünfmal auswechseln zu können, dürfte am Sonntag schwierig werden.

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Für die Terminhetze mit elf Spielen in fünf Wochen zahlt der SVW schon nach vier Partien einen hohen Preis. Unabhängig davon, dass die Corona-Pandemie keiner voraussehen konnte, rächt es sich, dass sich die Kurpfälzer in der Winterpause nicht etwas breiter aufgestellt haben, um personell flexibler reagieren zu können. „Die Energie, die wir zuletzt auf den Platz gebracht haben, war einfach nicht da“, blickt Schuster auf die Partie in Halle zurück.

Auch Trainer Trares ist der aktuelle Zustand seines Teams natürlich nicht entgangen, doch als Entschuldigung will er das nicht gelten lassen. „Klar geht das an die Substanz. Aber wir wussten, dass wir da nicht so breit aufgestellt sind“, betrachtet der 54-Jährige die Situation vor den eingeschränkten Möglichkeiten. „Da müssen wir jetzt durch. Fertig. Wir nehmen es an und müssen versuchen, unsere Pünktchen zu holen“, blickte der Coach auf den nun richtungsweisenden bayerischen Doppelpack gegen die Reserve des Rekordmeisters und am Mittwoch bei der SpVgg Unterhaching.

Aufgrund der Personalmisere könnte hier auch Silas Schwarz noch ein paar Spielminuten absolvieren, nachdem er in Halle als einziger Feldspieler nicht eingesetzt wurde. Sollte es so kommen, werden das dann aber seine letzten Einsätze für den SVW sein. Ab der kommenden Spielzeit kehrt der 22-Jährige zum Regionalliga-Aufsteiger TSV Schott Mainz zurück, um wieder mehr Spielanteile zu bekommen.

Redaktion