AdUnit Billboard
Radsport - Frankfurter Profi will am 19. September praktisch vor seiner Haustür glänzen / In diesem Jahr noch keinen Sieg gefeiert

Degenkolb freut sich aufs Heimrennen

Von 
lhe
Lesedauer: 
John Degenkolb (re.) freut sich auf sein Heimrennen; hier im Nationaltrikot vor dem Start der jüngsten D-Tour zusammen mit Andre Greipel, der in Frankfurt zum Ende seiner Profi-Karriere eines seiner letzten Rennen bestreiten wird. © dpa

Frankfurt. John Degenkolb kann es kaum erwarten. Nach der Corona-Zwangspause im Vorjahr und der Verschiebung in diesem Jahr fiebert der Radprofi seinem Heimrennen Eschborn-Frankfurt am 19. September (Sonntag) entgegen – und will dabei an einen seiner größten Karriereerfolge anknüpfen. „Der Siegerpokal vom 50. Jubiläum steht bei mir zu Hause. Deshalb ist der Ansporn umso größer, auch bei der 60. Ausgabe ganz vorne dabei zu sein“, so Degenkolb: „Ich war danach oft nah dran und hoffe, dass es dieses Mal wieder für ganz oben auf dem Treppchen reicht.“

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Als Jungspund gewann der heute 32-Jährige 2011 das hessische Traditionsrennen, das seit 1962 ausgetragen wird. Seither ist er in jeder Saison mindestens einmal als Erster über die Ziellinie gefahren - außer in diesem Jahr, „deshalb steht das noch ganz oben auf meiner Liste“, sagte Degenkolb. „Ich vertraue darauf, am richtigen Hinterrad zu sein.“ Besonders motivieren muss er sich für die 187,4 Kilometer durch den Taunus nicht. Für den Familienvater aus Oberursel ist es „jedes Jahr ein ganz spezielles Rennen, durch meinen Wohnort und an meiner Haustür vorbei zu fahren. Da ist die Bereitschaft, über die 100 Prozent zu gehen, noch einmal größer als sonst.“

Die hessische Traditionsveranstaltung, für die 13 World-Tour-Teams zugesagt haben, läutet für Degenkolb nach einem bisher „durchwachsenen Jahr“ die heiße Saisonphase ein. „Jetzt kommen die Höhepunkte“, sagte er voller Vorfreude. An diesem Wochenende rollt er sich bei einem Rennen in Frankreich ein, nach Eschborn-Frankfurt sind Starts bei den Klassikern Paris-Roubaix (3. Oktober) und Paris-Tours (10. Oktober) fest eingeplant.

Dazwischen liegen Ende September die Weltmeisterschaften, für die Degenkolb aber noch keine endgültige Startzusage vom Bund Deutscher Radfahrer hat. „Ein WM-Sieg hätte den größten Stellenwert, weil ich ihn noch nicht habe“, sagte er. Nur allzu gerne würde er deshalb in Belgien starten, um sich vielleicht den Traum vom Regenbogentrikot des Weltmeisters zu erfüllen. Zumal Degenkolb seit seinen Triumphen 2015 bei den Klassikern Mailand-San Remo und Paris-Roubaix vergeblich einem großen Erfolg hinterherjagt - sieht man einmal von einem Etappensieg bei der Tour de France 2018 ab.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Beflügeln soll ihn im Herbst die für 2022 fixierte Rückkehr zum Team DSM, bei dem Degenkolb einst anfing. „Es ist ein motivierender Ausblick, jetzt, wo klar ist, wohin die Reise geht. Ich habe tolle Erinnerungen“, sagte Degenkolb. Die vergangenen zwei Jahre beim Rennstall Lotto Soudal stuft er zwar nicht als verschenkte Zeit ein, aber „es hat nicht so funktioniert, wie beide Seiten sich das vorgestellt haben“.

Bei seiner neuen Mannschaft wird Degenkolb der mit Abstand älteste Profi sein. Er werde aber nicht nur als „Kindergärtner“ für die zahlreichen jungen und unerfahrenen Fahrer geholt, betonte Degenkolb. „Von mir werden auch Ergebnisse erwartet. Ich werde den Druck auf mich selbst hochhalten.“ Das gilt natürlich auch für sein Heimrennen in der nächsten Woche. lhe

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1