Nachruf - Bensheimer Hermann Schemel engagierte sich vielfältig im Fußballverband und in Clubs Besondere Liebe zum FC 07

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eh/Archivbild (von 2003): stri
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Bensheim. Der Bensheimer Fußball hat einen verdienten Funktionär verloren. Hermann Schemel, der sich über viele Jahrzehnte bei verschiedenen Vereinen seiner Heimatstadt und darüber hinaus im Kreisfußballausschuss engagierte, ist im Alter von 87 Jahren verstorben.

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1947 trat der gebürtige Bensheimer dem FC 07 Bensheim bei. Für den Traditionsverein fungierte er als Spieler, Rechner, Schriftführer und Spielausschussvorsitzender. Weitere sportliche Stationen des Vollziehungsbeamten waren der SV Bensheim (Spieler, Trainer und Vorsitzender), Bensheimer Versehrten Sportverein (Spieler und Vorsitzender), TSG Auerbach und SF Heppenheim (jeweils Spieler).

Im Bergsträßer Fußball-Rechtsausschuss arbeitete er über 20 Jahre auf verschiedenen Positionen. Bis 2005 bekleidete er das Amt des Rechtswarts. Für seine Verdienste um den Fußballsport wurde Hermann Schemel 2001 mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet, 2007 erhielt er die DFB-Verdienstnadel.

Obwohl er sich bei anderen Vereinen einbrachte, war die Verbundenheit zum FC 07 besonders tief. „Das ist mein Verein“, sagte er einst im Gespräch mit dieser Zeitung. Schemel besuchte auch im hohen Alter regelmäßig die Heimspiele der Nullsiebener im Weiherhausstadion. Dem Club diente er zudem als Chronist, wirkte entscheidend mit an der Erstellung des 07-Jubiläumsbuchs „100 Jahre Bensheimer Fußball“.

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Im bezahlten Fußball war Hermann Schemel dem 1. FC Kaiserslautern zugeneigt. Ende der 1940er Jahre beeindruckte ihn eine persönliche Begegnung mit Fritz Walter am Betzenberg nachhaltig und machte ihn zum Anhänger der Roten Teufel.

Die Luftangriffe auf Bensheim während des Zweiten Weltkriegs hatte der im Dezember 1933 geborene Schemel unversehrt überstanden und wurde doch ein Opfer des Krieges: Mit seinem Schulkameraden Werner Schilling, dem ehemaligen Vorsitzenden und Mäzen des FC 07 Bensheim, war Hermann Schemel im Juni 1947 in der Ruine der Kirche Sankt Georg unterwegs, als er von herunterstürzenden Trümmern getroffen wurde und seinen linken Arm verlor. eh/Archivbild (von 2003): stri