Fußball - DFB schreibt Pokal-Medienrechte aus

Neuer Fan-Horror?

Von 
dpa
Lesedauer: 

Berlin. Wenn es gut läuft für die Fußballfans, können sie vom kommenden Jahr an so viele Spiele des DFB-Pokals kostenfrei im TV sehen wie noch nie. Wenn es jedoch schlecht läuft, werden es nur noch vier Live-Übertragungen des Cup-Wettbewerbes im frei empfangbaren Fernsehen sein. Grund für die drohende Reduzierung im Free-TV um rund 70 Prozent ist eine ausgefeilte Ausschreibung, die der neue Geschäftsführer Holger Blask mit seinem Team der DFB GmbH ersonnen hat.

AdUnit urban-intext1

„Grundsätzlich haben wir die Pakete so optimiert, dass sie für eine möglichst große Anzahl potenzieller Medienunternehmen attraktiv sind“, sagte Blask. Der Clou dabei ist: „Das Topspiel-Paket haben wir in zwei gleichstarke Pakete aufgeteilt und beide Pakete sowohl für Free-TV- als auch für Pay-TV-Anbieter geöffnet.“ Die komplexe Ausschreibung lässt es also zu, dass – anders als zuletzt – Bezahl-Anbieter die Free-TV-Sender beim Rechtepoker überbieten.

Nur vier Free-TV-Spiele garantiert

Würden also Medienunternehmen wie Sky, DAZN, Telekom oder Amazon zuschlagen, gäbe es im Extremfall nur vier TV-Übertragungen ohne Zusatzkosten. Das wären „die Halbfinalspiele und das Endspiel um den Vereinspokal des Deutschen Fußball-Bundes“, wie es im Medienstaatsvertrag heißt, die frei empfangbar gezeigt werden müssen. Dazu käme laut Blask noch ein Spiel der ersten Runde. Das wäre eine deutliche Einschränkung zur derzeit gültigen Regelung, die ein letztes Mal noch in der kommenden Saison gilt: Die ARD zeigt neun Spiele, Sport1 vier. Die Ausschreibung soll den Wettbewerb erhöhen und die Einnahmen steigern, die derzeit auf rund 55 Millionen Euro pro Saison geschätzt werden. dpa