Fußball-EM - Der "MM"-Tipp des Tages

Jan Kotulla rechnet mit einem Remis zum Auftakt

Von 
Jan Kotulla
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Mannheim. Türkei – Italien (11. Juni, 21 Uhr)

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Eröffnungsspiele eines großen Turniers haben immer etwas ganz Besonderes. Ein Jahr später als geplant geht es nun mit dem Duell Italien – Türkei in diese EM, die in zehn Staaten ausgetragen wird. Welches Team kommt besser mit dem Druck zurecht? Kann Italien den Heimvorteil – die Azzurri absolvieren alle drei Vorrundenpartien in Rom – nutzen? Denn klar ist, wer diese Partie gewinnt, steht schon mit einem Bein im Achtelfinale. Aus regionaler Sicht wird spannend, wie sich der gebürtige Mannheimer Hakan Çalhanoğlu vom AC Mailand bei seiner zweiten EM-Teilnahme schlägt.

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Video-Umfrage zur EM: „Wenn wir die Vorrunde schaffen, ist alles offen“

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Alles andere als eine packende Begegnung zwischen dem Europameister von 1968 Italien und der Türkei vor bis zu 15 000 Zuschauern im Olympiastadion von Rom würde mich überraschen.

Mein Tipp: 1:1

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    Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kann am Mittwoch mit einem Sieg über Ungarn noch Gruppensieger werden. Bei einer Niederlage droht allerdings das Turnier-Aus. Mats Hummels ist fit, bei Thomas Müller entscheidet Joachim Löw erst am Spieltag München. Was sich angedeutet hat, ist Gewissheit geworden. Thomas Müller wird nicht in der Startformation gegen die Ungarn auflaufen. Trotzdem soll er im Kaderbleiben, um – auch mit seiner Kapselverletzung im rechten Knie – eingreifen zu können, falls in München im letzten Gruppenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft alles schieflaufen sollte. Vor der Abreise nach München absolvierte Müller lediglich ein Lauftraining in Herzogenaurach. Bei einem Turnier hat die deutsche Mannschaft tatsächlich seit dem „Wunder von Bern“ 1954 noch nicht wieder gegen Ungarn gespielt. Und weil sie 2021 erst wieder auf die Mannschaft aus dem Land des rechtspopulistischen Staatschef Viktor Orbán trifft, wird es nicht in einer Arena in Regenbogenfarben über die Bühne gehen. Die Europäische Fußball-Union UEFA untersagte eine entsprechende Illuminierung der Arena unter Hinweis darauf, dass es sich um eine „politische Aktion“ handelt. Joachim Löw begann die Pressekonferenz in München daher mit einem starken Statement: „Ich hätte mich grundsätzlich sehr gefreut, wenn die Arena in Regenbogenfarben illuminiert worden wäre. Wichtig ist aber, dass bei uns sportlich nicht das Licht ausgeht. Und noch viel wichtiger ist, dass die Werte gelebt werden – egal, ob die Arena illuminiert ist oder nicht. Und meine Mannschaft lebt diese Werte, das ist für mich entscheidend.“ Ob Müller spielen wird, ließ der Bundestrainer noch offen: „Die Entscheidung treffen wir am Spieltag, Thomas wird nochmals einen Belastungstest durchführen, dann sehen wir weiter.“ Müller als Motivator Löw hatte sich in Herzogenaurach extra vom Trainingsplatz auf den Weg in den angrenzenden Fitness-Pavillon zu Thomas Müller. Der Bundestrainer wollte am Dienstag von Deutschlands derzeit prominentestem Patienten erfahren, wie es um dessen rechtes Knie steht. Eine gute Minute dauerte der Plausch, dann kehrte Löw zur Mannschaft zurück. Müller fordert einen Sieg von seinen Kollegen: „Wir müssen schauen, dass wir aus eigener Kraft weiterkommen.“ Mats Hummels hat die Hoffnung auf einen Einsatz von Müller noch nicht ganz aufgegeben: „Mit Thomas würde uns ein Anführer fehlen. Es ist immer schwierig, auf Typen wie ihn verzichten zu müssen.“ Erklärtes Ziel der Mannschaft ist das Erreichen des Achtelfinales. Und das soll auch nur ein Etappenziel auf dem Weg ins Finale von Wembley sein. Auf Rechenspiele will sich der dreimalige Europameister nicht einlassen. „Wir wollen das Achtelfinale klar machen und die Energie auf den Platz bringen, die uns auch schon gegen Portugal ausgezeichnet hat“, sagte Hummels. Der Abwehrchef ist nach einer Patellasehnenreizung auf jeden Fall einsatzfähig – wie auch Ilkay Gündogan. Ein Unentschieden würde zwar für den Einzug in die K.o.-Runde genügen, „aber unser Ziel ist es nicht, Dritter zu werden. Wir wollen Erster werden“, sagte Marcel Halstenberg. In diesem Fall würde es in Bukarest gegen einen Gruppendritten weitergehen. Als Zweiter reist der viermalige Weltmeister nach London, als Gruppendritter nach Budapest. Löw wird in München improvisieren müssen, und das ist schmerzhaft, weil die Idealformation gefunden ist. Leon Goretzka steht als erste Alternative für Müller zur Verfügung. Neben Goretzka wäre auch Leroy Sané als Offensiv-Option für Müller möglich. Doch die Goretzka-Lösung scheint logisch. Gestiegenes Selbstbewusstsein „Ich traue mir die Rolle von Thomas auf jeden Fall zu.“ Löw warnte erneut vor den Ungarn. Das Spiel werde „zäher, weil sie tiefer stehen und mit acht, neun Leuten verteidigen. Wir werden Geduld brauchen, ein Gegner wie Ungarn muss auch erst einmal müde gespielt werden.“ Die ungarische Mannschaft habe in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht, Löw sprach von einer „immensen Zweikampfstärke“. Sein Team sieht der Bundestrainer immer noch auf der „Suche nach Ausgewogenheit und der Mitte“, aber gegen Frankreich und Portugal müsse man auch einmal akzeptieren, dass „diese Spitzenmannschaften Chancen bekommen, aber wir haben es gegen Ungarn selbst in der Hand. Und ich nehme meine Mannschaft als sehr konzentriert wahr.“ Auch Hummels warnte vor einem „gefährlichen Gegner“ – aber: „Wir sind uns unserer Favoritenrolle bewusst. Wenn wir unser Niveau abrufen, sind wir die bessere Mannschaft.“ Mit dem gestiegenen Selbstbewusstsein soll die DFB-Elf ihre Spielphilosophie durchdrücken, an ein Vorrunden-Aus wie beim Debakel in Russland verschwendet niemand einen Gedanken.

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