AdUnit Billboard
Wegzeichen - Erfahrung setzt Bereitschaft zum Neuen voraus

Mit allen Wassern gewaschen

Von 
Markus Bisinger
Lesedauer: 

Menschen mit Erfahrungen werden geschätzt. Wesentliches ist ihnen bekannt, sie können Risiken und Chancen gut einschätzen und vieles gelassener angehen. Geht es um Posten und Positionen stehen Menschen mit den erworbenen Kenntnissen Türen und Tore offen. Glücklich daher, wer reich an Erfahrungen ist oder zumindest etwas in Erfahrung bringen kann. Dennoch gibt es eine Menge Skepsis neue Erfahrungen zu machen. Man muss sich eben mit Neuem auseinandersetzen. Das birgt Risiken. So hält man lieber am Bewährten fest.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Zudem steigt mit mehr Erfahrungen auch nicht automatisch die Kompetenz. Wer jahrelang immer dasselbe macht, erwirbt nicht unbedingt größeres Wissen oder bessere Fähigkeiten. Wahre Erfahrung setzt eben voraus, immer auch etwas Neues dazu zu lernen. Das braucht es Mut und die Bereitschaft, auch Fehler zu machen.

Die Taufe Jesu am Jordan. Er wird mit Wasser begossen und beginnt mit seinem öffentlichen Auftritt. Unser Bild zeigt das zentrale Fenster in der Taufkapelle der katholischen Kirche Sankt Peter in Heppenheim. © Bissinger

Das Verb „erfahren“ meint von seinem Ursprung her „erleben, Kenntnis erhalten, durchmachen und erleiden“. Rückschläge und Korrekturen müssen offensichtlich erfahren werden. Wer „fährt“, kommt auch weiter. Philosophen bewerten die Erfahrung sogar als entscheidende Grundlage für die Erkenntnis des Menschen.

Aus der Sprache der Seemänner

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Gerade neue Erlebnisse scheinen das Leben interessant und lebenswert zu machen. Auch wenn sie keine hundertprozentige Sicherheit auf Erfolg mitbringen, sind sie trotzdem eine Bereicherung. Menschen, die über vielfältige Erfahrungen verfügen, von denen wird gesagt, sie seien „mit allen Wassern gewaschen“. Die Redewendung stammt aus der Sprache der Seemänner, die früher oft ihr ganzes Leben lang unterwegs waren. Sie waren mit vielem vertraut, was anderen fremd war. Den Seeleuten konnte niemand etwas vor machen.

Theologen sprechen von religiösen Erfahrungen. Menschen erleben Situationen, die über das Alltägliche hinausgehen. Solche Erfahrungen sind sehr unterschiedlich: Es können außerordentliche Naturerfahrungen, besondere Begegnungen oder auch liturgische Feiern sein.

Sie können erhellen, in die Zukunft weisen aber auch zu krisenfesten Ankern werden. Ob und welche Erfahrungen als religiös eingeordnet werden, ist sehr subjektiv. Ich selbst muss bereit sein, es wahrnehmen und empfinden zu können.

Die Philosophie geht davon aus, dass Wissen letztlich auf Erfahrung gründet. Es lässt sich nur gewinnen, wenn Unbekanntes angeschaut, wahrgenommen und empfunden wird. Das setzt mehr als das Erleben voraus. Goethe äußerte: „Es gibt viele Menschen, die sich einbilden, was sie erfahren, verstünden sie auch.“ Wasser steht für Klarheit und das Neue und Frische. Es kann manch Trübes wegspülen. Vielleicht ist es daher auch das Element der Taufe.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3
AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1