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Geistliches Wort - Gedanken vor dem Hintergrund des Krieges

Zuversicht statt Angst

Von 
Steffi Beckmann
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„Gib Frieden, Herr, gib Frieden, die Welt nimmt schlimmen Lauf“ – mit diesen Liedzeilen im Ohr bin ich in diesen Tagen unterwegs. Auf der Suche nach Worten – den richtigen Worten –, nach Trost und nach Klarheit stolpere ich über das Datum des morgigen Sonntags: der 8. Mai ist nicht irgendein Tag. Ich lese: „Als Zeitpunkt für die Einstellung aller Kampfhandlungen in Europa wurde der 8. Mai 1945, 23.01 Uhr festgelegt.“ 77 Jahre ist das her. Wie sehr wünsche ich und bete dafür, dass dies auch in der Ukraine Realität wird. Seit 24. Februar ist dort Krieg. 73 Tage sind es schon.

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© Privat/Beckmann

Ich möchte mich nicht daran gewöhnen. Ich kann nicht jeden Tag die Bilder ertragen, ich sehe Kinder mit ihren Habseligkeiten, Frauen und alte Menschen auf der Flucht. Schaffen sie es heil durch die nächsten Tage und Wochen zu kommen? Was haben sie erlebt? Wo finden sie Trost und Kraft? Wir Christen und Christinnen sind noch in der Osterzeit. Es ist erst die dritte Woche nach dem Auferstehungsfest.

In den vergangenen Tagen begleite ich Menschen, die Vater oder Mutter verloren haben. Stehe auf Friedhöfen und sage das Wort Jesu weiter, dass er zu den Frauen am Grab sagt: „Fürchtet euch nicht. Geht weiter und sagt es meinen Geschwistern, damit sie nach Galiläa aufbrechen.“ Der menschgewordene Gott ist der Auferstandene – er sagt auch zu uns: „Fürchtet euch nicht!“ Ich möchte an der Krippe stehen, zurück im vergangenen Jahr, da klang das „Fürchte dich nicht“ der Engel so vertraut, so leicht. Diese Tage und Wochen stellen uns vor ungekannte Herausforderungen.

Ein neues „Wir“

Was mich berührt und freut, das ist, wie viele Menschen ihre Häuser öffnen für ukrainische Geflüchtete, sich engagieren und Flagge zeigen. Im „Wir“ der Ukrainer ist ein neues „Wir“ in Europa entstanden. Es ist kein leichtes lockeres „Wir“, aber es ist Solidarität, Zusammenstehen, eine Art Trotz.

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In der dritten Liedstrophe des zu Beginn erwähnten Liedes heißt es: „Gib Frieden, Herr, wir bitten! Du selbst bist, was uns fehlt. Du hast für uns gelitten, hast unsern Streit erwählt, damit wir leben könnten, in Ängsten und doch frei...“ Von Herzen wünsche ich Ihnen, dass Sie sich nicht von Ihren Ängsten bestimmen lassen und Ihnen die Befreiung durch die Auferstehung Zuversicht und Hoffnung gibt. Lassen wir nicht nach um Frieden zu beten, den die Ukrainer, aber eben wir alle genauso nötig brauchen. Bild: Privat

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