Wegzeichen - Gedanken aus Anlass des Valentinstages Tief und innig verbunden

Von 
Markus Bissinger
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Der 14. Februar ist der Gedenktag des Heiligen Valentin, der als römischer Priester Liebespaare trotz geltenden Verbots christlich getraut hat. Christliche Theologen sehen in Gott den Ursprung der Liebe. © Bissinger

Jeder kennt den Begriff, aber was es wirklich ist, das wird unterschiedlich verstanden. Gemeint ist das Wort Liebe.

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Für die einen ist es das Gefühl, plötzlich „Schmetterlinge im Bauch zu haben“, wenn sie einer anderen Person begegnen, bei manchen reduziert sich Liebe auf körperliche Begierde und bei wieder anderen verläuft sie rein platonisch, wird also gar nicht ausgelebt. Und dann wird noch von Geschwisterliebe, Freundesliebe oder Nächstenliebe gesprochen.

Das Verständnis von Liebe gründet auf eigenen Erfahrungen, die ich in meinem Leben mache. Dabei gilt immer: Liebende haben ein starkes Gefühl, das tief und innig mit anderen verbindet und Wege sucht, sich dem oder der Geliebten zuzuwenden. Der Duden definiert es so:

„Liebe ist die auf starker körperlicher, geistiger, seelischer Anziehung beruhende Bindung an einen bestimmten Menschen, verbunden mit dem Wunsch nach Zusammensein.“

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Der Begriff leitet sich vom mittelhochdeutschen „liep“ ab, was „Gutes, Angenehmes, Wertes“ bedeutet.

Christliche Theologen sehen Gott als Quelle der Liebe, bezeichnen ihn sogar selbst als die Liebe. Worte des Johannes-Evangeliums begründen die Einsicht:

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„Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm“. (1. Johannes 4, 16). Ein Mensch ist nach christlichem Verständnis nach dem Bild Gottes geschaffen. Da Gott die Liebe ist, ist nach diesem Verständnis auch jeder Mensch fähig, Liebe zu praktizieren. Liebe zeigt sich darin, sich Gott und anderen zu schenken.

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Der Apostel Paulus verherrlichte die Liebe als die wichtigste Tugend von allen. Kirchenlehrer Augustinus zeigte ein gespanntes Verhältnis zur „weltlichen Liebe“. Sie lasse nur Fehler wie „Eifersucht, Misstrauen, Angst, Wut und Streit“ zu. Thomas von Aquin setzte sich später intensiv mit dem Thema „Liebe“ auseinander und prägte die theologische Auseinandersetzung. Er bezeichnet christliche Liebe als „zum Wohl des Anderen“.

Die Diskussion, was „wahre Liebe“ ist hält an. Papst Benedikt XVI. schrieb seine erste Enzyklika über „Gott ist Liebe“ und verweist darauf, es sei möglich, Gottes Liebe zu empfangen und zu erfahren. Sie spiegele sich dann auch in einem liebenden Dienst am Nächsten wider. Papst Franziskus untermauert das: „Was in der Liebe wichtig ist, ist nicht unsere Liebe, sondern sich von Gott lieben zu lassen.“

Freie Autorenschaft Rubrik "Wegzeichen" in der Wochenendbeilage. Berichte zu den Themen Soziales, Gesellschaft und Kirche.