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Geistliches Wort - Wo Menschen hoffen, geht der Himmel auf

Loblied auf die Hoffnung

Von 
Dr. Stefan Kunz
Lesedauer: 

Am kommenden Dienstag jährt sich zum siebenhundertstenmal der Todestag des großen italienischen Dichters Dante Alighieri. Er starb am 14.September 1321 in Ravenna. Er hat ein großes Werk verfasst, die „Göttliche Komödie“, in der er Himmel, Erde und Hölle wie in einem Reisebericht beschreibt. Von der Hölle schreibt er, über ihrem Eingang stünde ein großes Schild, auf dem geschrieben steht:

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„Lasst alle Hoffnung fahren, die ihr hier eintretet!“ Er wollte damit sagen: Wo es keine Hoffnung mehr gibt, wo Menschen keine Hoffnung mehr miteinander und füreinander haben, da ist die Hölle auf Erden. Wir alle kennen das aus dem, was die Medien zurzeit weltweit aus den Kriegs- und Krisengebieten berichten, aber wir kennen das wohl auch aus eigener Erfahrung: Die Hölle auf Erden ist da, wo alle Hoffnung gestorben ist.

Kein passives Wunschdenken

Die Kehrseite dieser Erfahrung aber ist: Überall, wo die Hoffnungslosigkeit durchbrochen wird, wo wahre Hoffnung erwacht und sei es nur ein Funke echter Hoffnung, dort beginnt der Himmel auf Erden. Wo Menschen wieder neu anfangen füreinander und miteinander zu hoffen, da geht der Himmel über ihnen auf. Was aber ist „wahre Hoffnung“?

In der Bibel ist Hoffnung kein vages Gefühl, kein passives Wunschdenken, sondern etwas höchst Aktives und Verantwortliches. Hoffnung in der Bibel ist eine innere Ausrichtung des Herzens auf den lebendigen Gott. Das hebräische Wort für „Harren, Hoffen“ heißt „kawa“, ableitbar vom hebräischen Wort „kaw“ = die „ausgespannte Messschnur“. Ein auf Gott harrender Mensch ist also einer, der an der ausgespannten Messschnur der göttlichen Verheißungen entlang späht und die Möglichkeiten Gottes unentwegt im Blick hat, also einer, der nicht nur die vorfindliche Wirklichkeit sieht, sondern auch die verborgenen Möglichkeiten Gottes, den Grundriss der göttlichen Verheißungen im Blick hat. Hoffnung in der Bibel ist genau besehen überhaupt kein Gefühl, sondern eine innere Ausrichtung auf die Schöpfermacht Gottes.

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Auch die „Göttliche Komödie“ ist, bei allem Ernst, mit dem sie geschrieben wurde, nichts anderes als ein einziges Loblied auf die Hoffnung. Es will uns zurufen: Wahre Hoffnung und Zuversicht auf Gottes Gnade erleuchtet, sie erfrischt, sie beflügelt und sie stärkt.

Oder genauer gesagt: Die wahre, echte, unerschütterliche Hoffnung ist ein Geschenk des Himmels: Sie erleuchtet unsere Wahrnehmung. Sie erfrischt unser Herz. Sie beflügelt unseren Geist. Sie stärkt unsere Tatkraft. Wir brauchen sie in diesen Tagen dringender denn je.

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