Das geistliche Wort - Wenn Menschen viel ersehnen, aber meinen, trotzdem nichts zu brauchen Eine klare Ansage: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Von 
Katrin Hildenbrand
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„Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ – dieser Aufruf steht im Zentrum des für den morgigen Sonntag Sexagesimae vorgesehenen Predigttextes aus dem Lukasevangelium. Wenn Kinder etwas nicht hören wollen, drücken sie sich die Hand auf die Ohren und untermalen das mit lautem Singen oder Lallen – Ziel erreicht, das Ohr verschlossen.

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Wir Erwachsenen wissen: So leicht ist das nicht mit dem Weghören. Zugleich müssen wir uns selbst kritisch anfragen lassen: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ – wann hören wir eigentlich zu? Oder genau hin? Ertappen wir uns nicht auch dabei, wie wir gelegentlich nur so mit halbem Ohr bei der Sache sind – neben einem Telefonat auf dem Handy rumdrücken; während der Sohn erzählt, schon wieder gedanklich bei der Arbeit sein und vieles mehr?

Viel Samen, wenig Frucht

Pfarrerin Katrin Hildenbrand. © Privat

In Lukas 8, 4ff. lesen wir den Predigttext, das „Gleichnis vom vierfachen Acker“. Da wird das Wort Gottes mit Saatgut verglichen, das vom Sämann großzügig ausgestreut und auf den Acker aufgebracht wird. Nur: Nicht alles geht auf. Jesus sagt es klar: Eigentlich hat sogar das Allermeiste davon keine Wirkung. Da fällt was auf den Weg – gleich zertreten. Anderes fällt auf den Felsen – da wächst zwar was, aber es hat keine Wurzeln und fliegt daher leichtfertig davon. Ein weiterer Teil der Saat gerät in die Dornen, sagt Jesus. Da aber wird es erstickt – sehr spannend: Unter den Sorgen und unter dem Reichtum und den Freuden des Lebens.

Irgendwas ist immer wichtiger, lese ich da heraus. Wir Menschen sind gesättigt, wir ersehnen viel, aber meinen, trotzdem nichts zu brauchen. Wir haben alles schon erlebt, sind reich an Dingen und Eindrücken, lassen uns berieseln und nehmen nichts ernst.

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Jesus sagt: Nur ein Bruchteil von Gottes guter Saat fällt auf gutes Land. Der Rest wird nicht gehört. Gott streut die Botschaft seiner Liebe großzügig aus, aber sie findet nur wenig Resonanz. Viele Menschen wollen sie schlichtweg nicht hören!

Lauscher auf

Aber die Perspektive könnte auch lauten: Immerhin! Ein Teil der Saat bringt hundertfach Frucht. Schön und segensreich hört sich das an: „Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld“ (Lukas 8, 15). Gott streut die Botschaft seiner Liebe großzügig aus: Öffnen Sie Ihre Ohren für die gute Botschaft, liebe Leserinnen und Leser? „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“