Pandemie - Weitere Fälle der britischen Variante nachgewiesen Zwei Todesfälle gehen auf die Mutation zurück

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Konrad Bülow
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Eine elektronenmikroskopische Aufnahme des «U.S. National Institute of Health» zeigt das Coronavirus (SARS-CoV-2), das aus der Oberfläche von im Labor kultivierten Zellen austritt. © dpa

Bergstraße. Der Trend bei den neuen Corona-Infektionen im Kreis stimmt die Bergsträßer Gesundheitsdezernentin Diana Stolz einerseits froh: Schließlich ist der Sieben-Tage-Inzidenzwert gestern auf 87,42 gesunken, während er am Donnerstag voriger Woche bei 120,98 lag. Andererseits häufen sich die bekannten Fälle von Infektionen mit der britischen Virusmutation B.1.1.7.

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Gestern wurden neun neue Ansteckungen mit dieser Variante bestätigt. Die Zahl liege nun bei 48, wie die Kreisbeigeordnete in der jüngsten Pressekonferenz der Kreisspitze mitteilte. Inzwischen sei bei zwei Todesfällen ein Zusammenhang mit der Mutation festgestellt worden. Das verstärkte Auftreten an bekannten Fällen der Virusvariante gehe vor allem auf zwei größere Infektionsherde an Kindergärten in Gorxheimertal und Lampertheim zurück.

Hohe Zahl an Tests

Stolz hob hervor, dass viele dieser Fälle durch Corona-Tests von Kontaktpersonen nachweislich Infizierter bekanntgeworden seien. Das Gesundheitsamt habe diese Tests veranlasst und gehe damit über die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts hinaus, das Tests von Kontaktpersonen in der Regel nur vorsieht, wenn diese Symptome zeigen. Diese Teststrategie sei auch ein Grund für den hohen Inzidenzwert. Die Positivrate schwanke stark und liege aktuell bei 8,44 Prozent.

Eine Schwierigkeit liege darin, dass es eine Weile dauert, bis feststeht, ob eine Infektion mit einer Mutante vorliegt. „Erst einmal werden die Personen auf das Coronavirus getestet“, erläuterte Stolz. Wenn der Test positiv ist, gebe es eine weitere Untersuchung, bei der festgestellt wird, um welchen Virustyp es sich handelt. Dieser zweite Vorgang nehme aber wesentlich mehr Zeit in Anspruch. Bisher sei weder die brasilianische noch die südafrikanische Mutation im Kreis nachgewiesen.

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Das Durchschnittsalter der aktuell mit einem Coronavirus Infizierten liege bei 45 Jahren , der Anteil der Betroffenen bis 40 Jahre steige. Es gebe eine Entlastung in den Krankenhäusern, auch in den Pflegeheimen entspanne sich die Lage. Stand gestern waren demnach sechs solcher Einrichtungen betroffen.

Neue Verfügungen

Die Impfungen kämen voran, sagte Landrat Christian Engelhardt. Bis Donnerstag seien 5888 Dosen verabreicht worden. Mittlerweile seien die Erstimpfungen in allen Pflegeheimen erfolgt, in zwölf stünden noch Besuche der mobilen Impfteams für die zweite Injektion an. „In drei Wochen sind wir damit durch“, kündigte der Landrat an. Derweil liefen die Arbeiten an einem Terminplan für Impfungen außerhalb der Pflegeeinrichtungen und des Zentrums. Für Menschen, die die Wohnung nicht verlassen können, gebe es Impfungen zu Hause. Menschen, die in der Beweglichkeit stark eingeschränkt sind, würden dezentrale Impftermine in der Nähe des Wohnorts angeboten. Alle anderen sollten Termine im Impfzentrum vereinbaren.

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Wie Engelhardt ankündigte, werden in den nächsten Tagen zwei neue Verfügungen im Kreis erlassen. Die eine schreibe vor, dass für komplette Haushalte ein Betretungsverbot in Schulen und Kindergärten gilt, wenn für einen der Angehörigen eine Quarantäne angeordnet wurde. Die zweite besagt, dass Beschäftigte mobiler Pflegedienste bei ihrer Arbeit eine FFP2-Maske tragen müssen.

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Erstmals seit langem seien keine Infektionen in Flüchtlingsunterkünften bekannt, sagte Kreisbeigeordneter Karsten Krug. Der Beginn des Wechselunterrichts an den hessischen Schulen ab dem 22. Februar werde auf den Fahrplan der Schulbusse zunächst keine Auswirkungen haben, kündigte er an. Es gelte ohnehin der Regelfahrplan. Verstärkerbusse kämen wegen der zu erwartenden geringeren Nachfrage erst einmal nicht zum Einsatz.

Redaktion Redakteur für das Ressort Lautertal/Lindenfels, Autor im Ressort Region. Bei Bedarf Unterstützer im Lokalsport