Kommentar Zumutungen für Profikicker

Von 
Michael Roth
Lesedauer: 
Millionen Arbeitnehmer hierzulande sind in Kurzarbeit. Viele sogar in Kurzarbeit Null, das heißt sie sind zuhause. Die Arbeitsagentur zahlt ihnen zunächst zwischen 60 und 67 Prozent des Lohns, damit müssen die Beschäftigten auskommen. Ein Ende ist nicht abzusehen. Umso unverständlicher ist es, dass Profifußballvereine fast schon unverschämt hohen Druck machen und sobald wie möglich wieder auf den Platz wollen. Warum ist den Kickern mit üppigen Gehältern nicht möglich, was jedem anderen auch zugemutet wird? Das heißt nicht Zuschuss vom Arbeitsamt, das wäre ja noch schöner, sondern Lohnkürzung. 60 Prozent von 30.000 Euro im Monat (Durchschnittsgehalt eines Bundesligaprofis) sind auch viel Geld.

Die Profis sollten lieber heute auf Geld verzichten, um ihren Job für die Zukunft zu retten. Denn wenn ihre Clubs insolvent werden, weil sie Gehälter nicht mehr zahlen können, wäre auch für sie alles verloren. Lohnverzicht, in welcher Form auch immer, und als Gegenleistung Arbeitsplatzsicherheit sind in der Wirtschaft in schlechten Zeiten gang und gäbe. Und dann könnten viele Vereine auch gleich mal vernünftiges Wirtschaften anfangen. Für den Anfang reicht es, nicht mehr auszugeben als einzunehmen. Schritt zwei wären dann Rücklagen für schlechte Zeiten.

Newsletter-Anmeldung

Chefredaktion