Landwirtschaft - Vorbeugende Maßnahmen sollen eine Ausbreitung der Krankheit verhindern Zum Schutz vor der Geflügelpest müssen die Tiere in den Stall

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Bergstraße. Ab in den Stall, heißt es für Hühner, Gänse und Co., die in Lampertheim in der Nähe des Rheins gehalten werden. Eine entsprechende Allgemeinverfügung hat Landrat Christian Engelhardt erlassen. Diese Regelung soll helfen, die Geflügelpest einzudämmen, nachdem Ende Januar bei einer verendeten Hawaii-Gans im pfälzischen Bobenheim-Roxheim Erreger der Geflügelpest vom Subtyp H5N8 festgestellt wurden. Bereits seit Mitte Dezember gibt es auch Fälle in Hessen – allerdings weiter entfernt, im Vogelsbergkreis.

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Die Stallpflicht als vorbeugende Maßnahme gilt im Kreis Bergstraße derzeit in Lampertheim, Groß-Rohrheim, Biblis und Bürstadt – in allen vier Kommunen allerdings nur für Betriebe und Tierhalter in einem 500 Meter breiten Korridor entlang des Rheins. Der Grund: die aktuelle Risikoeinschätzung des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit. Dieses geht davon aus, dass vor allem Wasservögel die Infektion weitergeben.

Entwicklung im Blick

Hühner und Hähne sollten keinen Kontakt zu Wasservögeln haben. © dpa

Wie Christian Pfeiffer, Sprecher der Lampertheimer Stadtverwaltung, auf Anfrage mitteilt, sei in Lin der Stadt derzeit nur der landwirtschaftliche Betrieb von Helmut Steffan von den vorbeugenden Maßnahmen betroffen. Familie Steffan hat prompt reagiert und „alle Hühner eingesperrt“, erklärt Juniorchef Martin Steffan. Aber auch die anderen Landwirte beobachten das Geschehen, wie Otto Henkelmann, dessen Hof kurz vor Rosengarten liegt. „Bei uns sind die Hühner ebenfalls im Stall. Bei dem Sauwetter würden sie sowieso nicht rausgelassen“, sagt Tochter Iris Henkelmann lachend.

Ähnlich vorsichtig verhalten sich auch die Mitglieder des AZ-Vogelparks. „Wir hatten schon im letzten Jahr angefangen, Vorkehrungen zu treffen und unsere Vögel so zu halten, dass keine Wildvögel Zugang haben“, erläutert Vorsitzender Stephan Germann. Zudem sei er im Austausch mit dem Veterinäramt, wie mit den Schwänen, die zum Park gehören, verfahren werden soll. Genau wie im Vogelpark gilt beim Geflügelzuchtverein Phönix derzeit noch eine „freiwillige Aufstallung“, erklärt dessen Vorsitzender Bernd Kirchenschläger – sprich das Halten der Vögel in geschlossenen Ställen sei noch nicht zwingend. Dennoch verfolgen die Züchter die Entwicklung.

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Nicht allzu viele Sorgen müssen sich die Tierfreunde mit Vogelhäuschen im Garten machen. Die Geflügelpest sei bei Singvögeln weltweit bisher kaum beobachtet worden, teilt Kreissprecher Johannes Bunsch mit. Für Wintergäste am Futterhaus bestehe deshalb kein erhöhtes Risiko. Auf hygienische Verhältnisse sollten Vogelfreunde dennoch achten. Denn wo viele Vögel ein- und ausfliegen und Futter auch mit Kot in Berührung kommt, könnten sich alle möglichen Krankheitskeime rasch übertragen, so Bunsch.

Die derzeitige Geflügelpestsituation stelle jedoch keine Gefahr für die Bevölkerung dar. Menschen seien bisher nicht an dem Virus erkrankt, erläutert der Sprecher. Dennoch rät er zu entsprechend vorsichtigem Verhalten. Dazu gehöre, sich von kranken oder verendeten Wildvögeln fernzuhalten. Zudem werde empfohlen, grundsätzlich beim Zubereiten von Geflügelprodukten hygienisch zu arbeiten und diese am besten durchzugaren. off/roi