Pandemie - Martin-Buber-Schüler mit Virus-Variante infiziert Wie die Mutante das Schulleben verändert

Von 
rid
Lesedauer: 
Das Gesundheitsamt hat vorerst die Schließung der Heppenheimer Martin-Buber-Schule veranlasst. © Jürgen Reinhardt

Heppenheim. Es ist in diesen Zeiten keine Überraschung mehr, wenn an Schulen ein Coronafall gemeldet wird. Was dann erfolgen muss, ist längst zur Routine bei den Schulleitern geworden, wenn auch zu einer sehr unerfreulichen. So war es auch in der vergangenen Woche an der Heppenheimer Martin-Buber-Schule: Ein Schüler einer zehnten Realschulklasse wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Umgehend wurde die Klasse unter Quarantäne gestellt.

AdUnit urban-intext1

Bei anschließenden Tests der betroffenen Mitschüler gab es keine weiteren positiven Testergebnisse. Trotzdem mussten die vorsichtshalber erst einmal alle zuhause bleiben.

Am Dienstag dann die Nachricht: Der betroffene Schüler hat sich mit der hochansteckenden britischen Mutante B 1.1.7 infiziert, das hatte die Sequenzierung des Virus zutage gebracht. Umgehend veranlasste das Gesundheitsamt eine Schließung der Schule bis auf Weiteres. Am Freitag sollen Schüler, Lehrer und Angestellte getestet werden.

Die betroffene Person habe sich nicht in stationäre Behandlung begeben müssen und befinde sich mittlerweile auf dem Wege der Besserung, so der Schulleiter. Der Fall sei der Schule unverzüglich gemeldet worden, sodass man rasch habe handeln können.

AdUnit urban-intext2

Tobias Diehl beruhigt: „Wir haben gut reagiert, die Klasse ist seit letzter Woche in Quarantäne. Alle anderen Schüler dieser Klasse wurden bereits von der Bundeswehr getestet, alle Ergebnisse waren negativ.“ Auch die anderen Zehntklässler haben sich mittlerweile einem Test unterzogen. Hier gab es ebenso vollumfängliche Entwarnung.

Nur Vorsichtsmaßnahmen

Wie geht es nun weiter? Wer wird getestet? Was jetzt geschehe, seien nur Vorsichtsmaßnahmen, die getroffen werden, beruhigt Tobias Diehl. Die Eltern wurden mittlerweile in einem Elternbrief informiert. „In der Schule ist die britische Variante des Coronavirus aufgetreten, sodass erhöhte Sicherheitsvorkehrungen in Kraft treten müssen“, heißt es in dem Schreiben. „Neben dem Betretungsverbot der Einrichtung bis auf Weiteres bedeutet das auch, dass alle Schülerinnen und Schüler sowie das gesamte Personal, welches rückwirkend seit 24. Januar 2021 in der Einrichtung (nicht vor der Einrichtung) anwesend war, einer vom Gesundheitsamt veranlassten freiwilligen Testung unterzogen werden sollen.“ Als Termin wird der Freitag dieser Woche genannt.

AdUnit urban-intext3

Bis dahin empfiehlt das Gesundheitsamt des Kreises, dass alle anderen Personen, die sich in der Schule aufgehalten haben, Kontakte bestmöglich zu minimieren. Schulleitung, staatliches Schulamt und Gesundheitsamt stünden in engem Austausch.

Eltern üben Kritik

AdUnit urban-intext4

Getestet werden sollen neben den Abschlussklassen – das sind die neunten des Hauptschulzweiges und die zehnten der Realschule – auch die wenigen Fünft- und Sechstklässler, die der derzeit im Präsenzunterricht betreut werden. Nicht getestet werden sollen dagegen diejenigen Kinder, die am vergangenen Freitag – wie jede Woche an diesem Tag – Lernmaterialien in die Schule gebracht beziehungsweise dort abgeholt haben.

Eltern dieser Kinder sind es, die nun Kritik üben: „Ich verstehe nicht, warum eine weiterführende Schule auf der einen Seite mit Teams arbeitet, dass die Kinder aber dennoch freitags in die Schule beziehungsweise auf den Schulhof müssen, um Materialien abzuholen. Sogar an der Grundschule kann man die Aufgaben daheim einscannen und mailen,“ wundert sich eine Mutter. „Damit schafft man doch potenzielle Hotspots.“

Zumal am vergangenen Freitag Schüler die Materialien auf dem Schulhof ausgegeben hätten. Von einem Lehrer als Aufsicht sei zu diesem Zeitpunkt nichts zu sehen gewesen. „Die Schüler standen teilweise dicht gedrängt nebeneinander. Das bringt die Kinder und die dazugehörigen Familien unnötig in Gefahr.“

Eine andere Mutter eines Sechstklässlers fühlt sich ausreichend informiert, da der Fall die Kinder im Distanzunterricht nicht betreffe. Sie stellt sich aber die Frage, wie es werden soll, wenn die Schulen wieder öffnen. rid