Energiepreise

Wann Antrag auf Heizkosten-Übernahme möglich ist

Die Erwerbsloseninitiative Andere Wege weist darauf hin, dass in bestimmten Fällen das Sozialamt bzw. das Jobcenter übernimmt

Von 
red
Lesedauer: 

Bergstraße. Die steigenden Heizkosten stellen viele Menschen vor Probleme. Aus diesem Grund weist die Bergsträßer Erwerbsloseninitiative Andere Wege darauf hin, dass diese Kosten in bestimmten Fällen vom Bergsträßer Sozialamt bzw. vom Jobcenter des Kreises übernommen werden.

Denn auch, wenn man bislang keinen Anspruch auf Leistungen vom Sozialamt oder Jobcenter hatte, könne man wegen einer Nachforderung aus der Heizkostenabrechnung oder bei Kosten zur Brennstoffbeschaffung, wie z. B. die Befüllung des Öltanks, einen einmaligen Anspruch auf Leistungen erwerben, heißt es in einer Pressemitteilung.

Wenn also das bisherige Einkommen oberhalb der Grenze lag, bei der ein Anspruch auf aufstockende Sozialhilfe oder Hartz-IV-Leistungen besteht, verschiebe sich diese Grenze in dem Monat, in dem man die Nachzahlung für die Heizkosten oder die Rechnung zur Brennstoffbeschaffung begleichen muss, um den Forderungsbetrag nach oben. Dadurch seien Beziehende von Rente, Arbeitslosengeld I oder Krankengeld, sowie Angestellte und Selbstständige mit kleinem Einkommen in diesem einen Monat antragsberechtigt. Dies könne auch dann gelten, wenn man bereits Wohngeld und / oder Kinderzuschlag bekommt.

Mehr zum Thema

Faktencheck

Bürgergeld vs. Gehalt: Arbeit lohnt sich weiterhin

Veröffentlicht
Von
Sebastian Fischer und Katja Räther
Mehr erfahren
Bundesregierung

Ampel kommt Union mit Kompromiss zu Bürgergeld entgegen

Veröffentlicht
Von
dpa
Mehr erfahren
Abstimmung

Bürgergeld-Reform: Auf Bundestag folgt Zitterpartie

Veröffentlicht
Von
Fatima Abbas und Jörg Ratzsch
Mehr erfahren

Rentner sollten den Antrag beim örtlichen Sozialamt stellen, Beziehende von Arbeitslosengeld I oder Krankengeld, Angestellte und Selbstständige müssen die aufstockenden Leistungen beim Jobcenter beantragen. Wichtig dabei sei, dass der Antrag spätestens im Monat der Fälligkeit der Nachzahlung/der Rechnung gestellt wird. In einigen Bundesländern sei von den Behörden hierfür bereits ein Kurzantrag entwickelt worden.

Auch Schüler und Auszubildende haben nach Auskunft von Andere Wege prinzipiell einen Anspruch auf aufstockende Hartz IV-Leistungen. Der Bezug von Schüler-BAföG oder BAB-Leistungen ändere nichts daran. Studierende hätten jedoch nur dann einen Anspruch auf aufstockendes Hartz IV, bzw. Bürgergeld, wenn sie BAföG erhalten und im Haushalt ihrer Eltern/eines Elternteils leben.

Bezieher von Sozialhilfe, Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, sowie Bezieher von ALG 2/Hartz IV/Bürgergeld haben einen gesetzlich festgelegten Anspruch auf Übernahme der Heizkosten durch die entsprechenden Ämter, so lange der Verbrauch einen „angemessenen“ Umfang nicht übersteigt – wenn man also einen ähnlich hohen Verbrauch hatte wie bisher.

Der Erwerbslosenverein Tacheles hat in Zusammenarbeit mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband unter der Adresse energie-hilfe.org eine Website mit allen nötigen Informationen dazu erstellt. Dort gibt es auch Musterformulare zum Download. red