Natur - Aktionsgemeinschaft KABS hat bislang nur Waldmücken bekämpft / Keine Brutstätten am Altrhein Von Schnakenplage keine Spur

Von 
Uwe Rauschelbach
Lesedauer: 
Schnakenbekämpfer Dirk Reichle kontrolliert im Biedensand die Menge an Mückenlarven. Das Foto stammt aus dem Jahr 2016. © Berno Nix

Lampertheim. Früh mussten die Schnakenbekämpfer in diesem Jahr auch nach Lampertheim ausrücken. Der milde Winter und die kräftigen Regenfälle hatten das Aufkommen der Waldmücken teilweise schon seit Dezember begünstigt. Ende März wurden deshalb die ersten Hubschraubereinsätze gefolgen, vor allem über dem Lampertheimer Bruch und in Waldgebieten bei Groß-Rohrheim.

AdUnit urban-intext1

Inzwischen ist es ruhiger geworden an der Schnakenfront: Durch die durchgängig trockene Witterung haben sich die Brutstätten der Stechmücken in den Altrheingebieten dezimiert. Der Wissenschaftliche Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS), Dirk Reichle, hat erste Kontrollen für das Naturschutzgebiet Lampertheimer Altrhein Anfang April koordiniert. Das Ergebnis: keine Schnakenplage in Sicht. Durch Nachtfröste und fallende Rheinpegel haben sich die Lebensbedingungen für die lästigen Insekten drastisch verschlechtert.

Der Rheinpegel bei Worms stehe gegenwärtig bei etwa einem Meter. Erst ab zwei bis 2,30 Metern komme es zu Überflutungen in den Altrheinauen. Dann könnten sich die ersten Brutstätten bilden. Reichle geht mit Blick auf die Wetterprognosen davon aus, dass die Schnakenbekämpfer zumindest in diesem Monat keine Einsätze am Altrhein mehr fliegen werden. „Momentan ist es recht entspannt“, sagt der KABS-Chef auf Anfrage. Obendrein sind die Mitarbeiter der Aktionsgemeinschaft in diesem Jahr mit drei Hubschraubern einsatzfähig, nachdem der Ausfall zweier Fluggeräte 2019 die Bekämpfung der Stechmücken stark geschwächt hatte. Auch wurden elektrisch betriebene Kübel angeschafft, aus denen das Granulat abgeworfen wird. Diese können auch mit Fremd-Hubschraubern gekoppelt werden. Die üblichen Hydraulikkübel sind dagegen nur mit den KABS-eigenen Hubschraubern kompatibel. Das hat die Schnakenplage im vergangenen Jahr begünstigt. Eine aktuelle Schwächung der Einsatzstärke hat es laut Reichle allerdings durch Corona-bedingte Ausfälle in den Reihen der Mitarbeiterschaft der KABS gegeben. Dort seien zwar keine Infektionsfälle aufgetreten. Gleichwohl hätten sich Mitarbeiter vereinzelt in Quarantäne begeben oder familienbedingt abwinken müssen. Diese Ausfälle hätten aber kompensiert werden können.

Auch sei die Gruppenstärke der Einsatzkräfte zur Verringerung der Ansteckungsgefahr auf maximal zwei Personen reduziert worden. Die Mitarbeiter seien zudem mit Handschuhen, Schutzbrillen und Gesichtsmasken unterwegs. Gelegentliche Engpässe seien dank der kreativen Produktivität der Mitarbeiter überbrückt worden. „Wir sind voll gerüstet“, lässt Dirk Reichle keinen Zweifel an der Schlagkraft seiner Truppe. Die Schnaken sollten also gewarnt sein. Bild: Berno Nix

Redaktion Zuständig für Lokales in Lampertheim (Kommunalpolitik, Kultur), Mitarbeit im Kulturressort des Mannheimer Morgen (Musikkritik, CD- und Bücher-Rezensionen).