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Teure Energie - Produktion in Chemiebranche bricht ein

Als Alarmzeichen sieht der Verband, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen Sachinvestitionen aufschieben.

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dpa/lhe
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Hessen. Die Chemiebranche in Hessen blickt wegen der hohen Energiepreise voller Sorge auf das kommende Jahr. Für 2023 erwarte ein Drittel der Mitgliedsfirmen einen weiteren Anstieg der Energiekosten um 50 Prozent, teilte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) Hessen am Dienstag in Frankfurt mit. Demnach sehen in einer Umfrage rund zwei Drittel der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage zwar als gut oder befriedigend an, rechnen aber für die nächsten Monate mit einer deutlich verschlechterten Ertragslage.

Von Januar bis August brach die Produktion in der energieintensiven Chemie um fast 9 Prozent zum Vorjahreszeitraum ein auf den niedrigsten Stand seit neun Jahren. Zugleich lagen laut VCI die Auftragseingänge um 12,5 Prozent unter Vorjahr. Der Umsatz bis August stieg hingegen um 13,6 Prozent auf rund 12,9 Milliarden Euro. In der Chemiebranche sind die Preise für viele Produkte kräftig gestiegen, was die Erlöse antreibt. "Die durch den Überfall Russlands auf die Ukraine ausgelöste Energiekrise hat unsere Branche mit voller Wucht getroffen", sagte Jochen Reutter, Vorstandsvorsitzender des VCI Hessen. Die Pharmaindustrie im Land erwies sich unterdessen als stabil: Sie erzielte bis August bei steigender Produktion 9,9 Milliarden Euro Umsatz - plus 9,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Die hohen Preise etwa für Gas, Strom und Rohbenzin seien das größte Problem der Unternehmen in der Produktion, erklärte der VCI Hessen. Je drei Viertel gaben in der Umfrage die hohen Energiepreise und Preissteigerungen bei Vorprodukten als Grund für gestörte Betriebsabläufe an. Als Alarmzeichen sieht der Verband, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen Sachinvestitionen aufschieben.

Geschäftsführer Gregor Disson forderte von der Politik kürzere Genehmigungsverfahren und eine "wirksame Gas- und Strompreisbremse" für die Branche mit gut 61 000 Beschäftigten in Hessen. Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands HessenChemie, sprach sich unter anderem für eine bessere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse im Kampf gegen den Fachkräftemangel aus.

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