Körperkunst - Tätowierer berichten über den Neustart in ihren Studios in Bensheim und Lorsch / Hygiene und Sicherheit hat Priorität Tätowieren lassen als Ausgleich

Von 
Sina Roth
Lesedauer: 
Für manche ist ein neues Tattoo eine willkommene Abwechslung im Corona-Alltag. Unser Bild zeigt Manuel Russo beim Tätowieren einer Kundin. © Thomas Neu

Bergstraße. In den Tattoo-Studios der Region sirren seit Anfang Mai wieder die Nadeln – seitdem entwerfen Tätowierer wieder zahlreiche Motive und Schriftzüge nach Kundenwunsch, die unter die Haut gehen. Wie es bei ihnen im Studio läuft und wie ein Besuch im Tattoo-Studio in Zeiten von Corona aussieht, berichten zwei Tattoo-Studio-Inhaber im Gespräch mit dieser Zeitung.

Newsletter-Anmeldung

Desinfektion schon immer wichtig

AdUnit urban-intext1

„Es läuft langsam wieder an“, berichtet Manuel Russo, Inhaber von Naxos Ink Tattoo in Lorsch. Termine werden bei ihnen weitgehend per Telefon. Nach der Corona-Durststrecke kommen aber auch schon einige Kunden, um sich tätowieren zu lassen.

Vom kleinen Schriftzug bis hin zu größeren Motiven sei alles dabei, einen klaren Trend könne man dabei nicht ausmachen. „So groß ist die Umstellung für uns tatsächlich nicht. Wir haben auch schon vor Corona immer desinfiziert und mit Schutzmaske tätowiert“, erklärt Russo. Jetzt sei allerdings auch schon vorm Betreten des Studios das Desinfizieren der Hände angesagt. „Bei uns im Laden können zwei Kunden zeitgleich tätowiert werden, da wir zwei getrennte Kabinen hier haben“, erklärt er Inhaber. Die Kunden selbst haben auch in der Krise den Kontakt zu Russo gesucht, berichtet der Inhaber. „Sie haben uns auch geschrieben, dass wir wieder öffnen können“, berichtet der Tätowierer.

„Bei uns war vergangene Woche schon wieder ganz schön viel los“, berichtet Felix Scheurer, Inhaber von Inkspiration Tattoo in Bensheim. „Was sich bei uns seit der Wiedereröffnung verändert hat, ist, dass wir jetzt tatsächlich die Tür abschließen.“ So soll verhindert werden, dass sich plötzlich zu viele Personen auf einmal im Studio aufhalten. Ansonsten werde auch bei ihnen Mundschutz getragen, immer wieder desinfiziert.

Nicht am Hals oder im Gesicht

AdUnit urban-intext2

„Außerdem haben wir Markierungen auf dem Boden angebracht, um zu gewährleisten, dass der notwendige Sicherheitsabstand eingehalten werden kann.“

Beim Tätowieren selbst gebe es keine großen Einschränkungen. „Das Einzige, was momentan nicht bei uns möglich ist, ist Tätowieren in Gesicht- oder Halsnähe – um unsere Kunden und auch uns selbst zu schützen.“

AdUnit urban-intext3

Auch Scheurer kann keinen klaren Trend in den Wünschen seiner Kunden ausmachen. „Nach wie vor ist vom Totenschädel bis zur Rose alles dabei. Was man aber tatsächlich sagen kann, ist, dass aktuell nicht ausschließlich Stammkunden, sondern auch viele Neukunden Termine vereinbaren. Die Resonanz ist sehr gut.“

AdUnit urban-intext4

Einen Grund in der aktuell verstärkten Nachfrage sieht Scheurer darin, dass Urlaube und Hochzeiten aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt wurden und dadurch einige Menschen gerne und mehr Geld in den dauerhaften Körperschmuck investieren. Für einige andere sei der Gang ins Tattoo-Studio ein willkommener Ausgleich zum doch für einige Menschen sehr eintönigen Corona-Alltag.

Nur gesund zum Termin

„Uns ist wichtig, unsere Kunden darauf aufmerksam zu machen, dass sie ihren Gesundheitszustand beachten sollten, bevor sie zum Tätowieren kommen, um sich und andere zu schützen.“