Konjunkturbericht - IHK Darmstadt Rhein Main Neckar zeichnet aktuell ein uneinheitliches Bild / Insgesamt stehen die Zeichen auf Erholung Südhessische Wirtschaft sieht Silberstreif

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red
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Darmstadt/Bergstraße. Zum Jahresbeginn gibt die Wirtschaft in der Region Darmstadt Rhein Main Neckar derzeit kein einheitliches Bild ab. Das zeigt der aktuelle IHK-Konjunkturbericht. Ein Teil der Unternehmen erweist sich angesichts der Corona-Krise und des Lockdowns widerstandsfähig, ein anderer Teil steht mit dem Rücken zur Wand.

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„Vor allem unsere Industrieunternehmen und die industrienahen Dienstleister sind stabil aufgestellt und blicken eher zuversichtlich auf die nächsten Monate. Auf der anderen Seite stecken Gastgewerbe, Tourismus, Teile des Einzelhandels und andere in einer akuten Krise. Trotzdem stehen die Zeichen in der regionalen Wirtschaft insgesamt auf Erholung“, fasst Matthias Martiné, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar, die Ergebnisse des Konjunkturberichtes zum Jahresanfang 2021 zusammen.

29 Prozent aller Unternehmen in Südhessen beurteilen ihre Lage als gut, 46 Prozent als befriedigend, 25 Prozent als schlecht. „Die zufriedenen Unternehmen sind leicht in der Überzahl“, so Martiné. Das liegt vor allem an der Industrie, die sich ein weiteres Mal als Stabilitätsanker erweist und wieder zu einem Zugpferd für die industrienahen Dienstleister wird. Treiber ist das Exportgeschäft, die chinesische Wirtschaft boomt und davon profitieren die regionalen Industriebetriebe.

IHK-Geschäftsklimaindex legt zu

Der IHK-Geschäftsklimaindex legt gegenüber Herbst 2020 um 3,5 Punkte zu. Der Index liegt jetzt bei 100,4 Punkten, er erreicht damit die Wachstumsschwelle von 100. „Damit hat die südhessische Wirtschaft einen weiteren Schritt aus der konjunkturellen Talsohle gemacht. Sorgen bereiten die noch immer zurückhaltenden Zukunftserwartungen der Unternehmen“, so Martiné.

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Der Blick in die Zukunft ist nämlich sehr verhalten: 22 Prozent rechnen mit einer Verbesserung der Situation, 25 Prozent sehen schlechtere Zeiten auf sich zu kommen. 53 Prozent glauben, dass sich ihre Lage nicht groß ändert. Damit liegt der Erwartungssaldo bei minus drei Prozentpunkten und gibt gegenüber der Umfrage im Herbst drei Punkte ab.

Die Investitions- und Beschäftigungspläne bleiben im Negativbereich. Der Boom der vergangenen Jahre am Arbeitsmarkt ist damit erstmal vorbei. „Die geringe Investitionsneigung unserer Unternehmen ist kein gutes Zeichen“, so der IHK-Präsident. Er appelliert deswegen an die Politik auf Landes- und Bundesebene mit ihren Entscheidungen weitere Irritationen, Einschränkungen und bürokratische Auflagen zu vermeiden. „Sonst droht auch das Zugpferd Industrie zu erlahmen.“

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Für die von den Corona-Maßnahmen besonders betroffenen Unternehmen aus der Veranstaltungsbranche, der Touristik und der Gastronomie müsse die Auszahlung der zugesagten Hilfen jetzt zügig erfolgen. „Für diese Unternehmen war der Bund-Länder-Gipfel eine besonders herbe Enttäuschung“, so IHK-Präsident Martiné. „Die Politik wollte den Menschen und den Unternehmen eine Perspektive geben. Das ist gründlich misslungen.“ red