Prozess am Amtsgericht „Stümperhafte Beschneidungen“

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gs
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Bergstraße. Wegen gefährlicher Körperverletzung, Amtsanmaßung und Betrug steht heute (Mittwoch) ein syrischer „Scheinarzt“ aus Stadtallendorf vor dem Bensheimer Amtsgericht. Der mutmaßliche Krankenpfleger, der über ein angebliches „Beschneidungszertifikat“ aus seiner Heimat verfügt, soll in Lorsch an Säuglingen von Migrantenfamilien aus Eritrea und Äthiopien gegen ein Honorar von 125 Euro „stümperhafte“ Beschneidungen vorgenommen haben. Dabei soll es in mindestens drei Fällen zu Wucherungen und Vernarbungen gekommen sein.

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Bei den sogenannten U3-Vorsorgeuntersuchungen fielen einer Kinderärztin die unsachgemäß vorgenommenen Eingriffe an den Kleinkindern auf. Die Zeugin informierte daraufhin das Jugendamt.

Zumindest einem der Säuglinge soll der Angeklagte während der unsachgemäß ausgeführten Beschneidung eine unbekannte Flüssigkeit – vermutlich ein Schmerzmittel – injiziert haben. Bei zwei der Geschädigten sollen im Nachhinein medizinischen Eingriffe erforderlich gewesen sein. Vor dem Schöffengericht sind unter anderem die Eltern der Kinder als Zeugen geladen. gs