Sicherheit vor Rendite: Hessen sparen vor allem klassisch

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dpa/lhe
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Frankfurt. Aktien und Aktienfonds stehen bei Anlegern in Hessen ganz oben auf der Wunschliste - noch jedoch parkt die Mehrheit der Menschen im Land Geld zu mickrigen Zinsen. Girokonto (38 Prozent), Tagesgeld (28 Prozent) und Sparbuch (26 Prozent) nennen Privatanleger vor allem auf die Frage, wie sie derzeit sparen.

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In der repräsentativen Erhebung im Auftrag der Sparda-Bank Hessen, die am Mittwoch veröffentlicht wurde, zeigten sich jedoch viele Befragte zugleich offen für eine Altersvorsorge über die Börse. Auf die Frage, welche Produkte sie derzeit wählen würden, nannten 37 Prozent der 1000 Umfrageteilnehmer Aktienfonds, 35 Prozent Immobilienfonds und 32 Prozent Aktien. "Ein Umdenken hat begonnen: vom Geldparken hin zum Investieren mit Renditechancen", folgern die Studienautoren.

Gut die Hälfte (56 Prozent) der Befragten legt nach eigenen Angaben regelmäßig Geld zurück, etwa ein Viertel (24 Prozent) spart gelegentlich. Die Corona-Krise hat am Sparverhalten der Umfrage zufolge kaum etwas geändert: 83 Prozent der Befragten halten es wie bisher, 12 Prozent sparen mehr, 5 Prozent weniger als vor der Pandemie.

Am wichtigsten ist den Befragten die Sicherheit ihrer Geldanlage (91 Prozent), Renditechancen nennen mit 66 Prozent deutlich weniger Anleger als Kriterium. Gerade einmal 25 Prozent der Befragten können sich vorstellen, für mehr Ertrag beim Geldanlegen höheres Risiko einzugehen, gut ein Drittel (34 Prozent) ist dazu grundsätzlich nicht bereit.

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Zugleich gaben 56 Prozent der Befragten an, sie seien bereit, eine geringere Rendite in Kauf zu nehmen, wenn sie Geld dort investieren können, wo auf Klima- und Umweltschutz sowie soziale Kriterien geachtet wird. Der Markt sogenannter nachhaltiger Geldanlagen boomt, allerdings ist für Anleger nicht in jedem Fall sofort ersichtlich, was genau in einem als nachhaltig angepriesenen Produkt steckt.

Finanziell sind die Privathaushalte in Hessen der Erhebung zufolge in Summe gut durch die Pandemie gekommen. Für drei Viertel (73 Prozent) der Befragten hat sich die finanzielle Situation ihres Haushalts nach eigener Einschätzung nicht verändert, 7 Prozent berichteten sogar von einer Verbesserung. Eine Verschlechterung ihrer Finanzlage stellten 11 Prozent der Befragten fest, 9 Prozent rechnen noch mit Einbußen.

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Im Krisenjahr 2020 hielten viele Menschen ihr Geld zusammen, Schließungen im Einzelhandel und Reisebeschränkungen bremsten den Konsum zudem. Die Sparquote in Deutschland stieg auf das Rekordhoch von 16,2 Prozent. Im ersten Quartal des laufenden Jahres kletterte die Sparquote vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zufolge gar auf 23,2 Prozent. Von 100 Euro verfügbarem Einkommen legten die Haushalte in Deutschland somit im Schnitt gut 23 Euro auf die hohe Kante. Ökonomen rechnen damit, dass Verbraucher in den kommenden Monaten einen Teil des coronabedingt ausgebremsten Konsums nachholen werden und damit die Konjunktur anschieben.

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