Corona - Angst vor britischer Virusmutation in Bürstadt Schule hofft auf schnelle Entwarnung

Von 
Sandra Bollmann
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Bürstadt. Niemand darf zurzeit rein in die Erich Kästner-Schule (EKS). Nicht einmal der Hausmeister. Seit der Verdacht besteht, dass die britische Mutation des Coronavirus im Schulhaus aufgetreten ist, herrscht absolutes Betretungsverbot. Wie lange das gilt, weiß auch Rektorin Stephanie Dekker (BILD: Nix/sm) nicht. Dabei sollte ab Montag, 22. Februar, für die fünften und sechsten Klassen wieder der Unterricht vor Ort beginnen. Ob das klappt, ist noch völlig offen. „Wir hoffen, dass es nächste Woche ganz normal losgehen kann.“

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Am Freitag hatte der Kreis Bergstraße das gesamte EKS-Gelände zum Sperrgebiet erklärt. Ein Mitglied der Schulfamilie hatte sich mit dem Coronavirus infiziert. Und laut Landratsamt bestehe, wie berichtet, der dringende Verdacht, dass es sich dabei um die britische Mutation handelt, die um einiges ansteckender sein soll, als der ursprüngliche Virus. Am Samstag und Sonntag fanden dann umfangreiche Tests im Schulgebäude statt. Und bis auf Einzelne hätten auch alle das Angebot angenommen, berichtet Stephanie Dekker. „Die Bundeswehr hat das super organisiert“, lobt sie. Mit Musikbox und guter Laune im Gepäck hätten die Soldaten den Schülern schnell jegliche Angst genommen. Betroffen waren vor allem die künftigen Schulabgänger, die nach wie vor zum Unterricht in die EKS kommen: zwei neunte Hauptschul- und drei zehnte Realschulklassen. Dazu noch die knapp zehn Jungen und Mädchen, die die Notbetreuung besuchen. Und natürlich die Lehrer, die die Kinder unterrichten.

Testergebnisse entscheidend

Sie alle müssen jetzt ebenfalls zu Hause bleiben, bis der Kreis Entwarnung gibt. „Wir müssen zunächst die Ergebnisse der Tests abwarten und dann einfach sehen, wie es weiter geht“, macht eine Sprecherin des Landratsamts deutlich. Sollten sich noch mehr Schüler oder Lehrer infiziert haben, würden diese Tests sequenziert, also der Virusstamm untersucht. Das könne einige Tage dauern. Zunächst gebe es nur einen Vorbefund, der aussagt, ob eine Mutation vorliegt. Erst einige Tage später stehe dann fest, um welche Variante es sich handelt. Der Zeitrahmen sei also völlig offen, die Schule werde so schnell wie möglich informiert.

„Wir warten also genauso ab wie alle anderen auch“, stellt Stephanie Dekker fest. Drückt aber fest die Daumen, dass die EKS nächste Woche wieder öffnen kann – zumindest für die Abschlussklassen und die Jahrgänge fünf und sechs. Die Älteren kamen bislang täglich und waren – so gut es geht – in großen Räumen wie Turnhalle und Mediothek untergebracht. Die Jüngeren sollten ab Montag wieder im Wechsel unterrichtet werden. Dafür werden dann die Klassen geteilt, eine Hälfte bleibt zu Hause, die andere kommt in die Schule – im Prinzip genauso wie vor den Weihnachtsferien. Am Konzept werde dabei ständig gefeilt, wie die Rektorin versichert.

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„Natürlich möchten wir die Kinder wieder am liebsten hier bei uns sehen“, sagt die Rektorin mit einem kleinen Seufzer. Alle zusammen vor Ort, da sei ein ganz anderes Arbeiten möglich. Allerdings ist sie sich gar nicht sicher, ob das klug ist, angesichts der Virusmutation, die immer öfter im Kreis nachgewiesen werde. Wechselunterricht und viel Abstand – das klingt für die Schulleiterin durchaus vernünftig. /sm

Redaktion Redakteurin "Südhessen Morgen", Schwerpunkt Bürstadt