Mülldeponie - Der ZAKB setzt auf tierische Helfer bei der Landschaftspflege / „Natürliche Rasenmäher“ Schafe als gefräßige Helfer

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red
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Schafe beweiden den Abfallberg der ehemaligen Kreismülldeponie. © Sidenstein

Bergstraße. Rund 50 Meter erhebt sich der Hügel in Lampertheim-Hüttenfeld aus der Ebene des südhessischen Rieds. Früher wurde hier Müll abgeladen, Kreismülldeponie stand auf den Wegweisern. Das ist Vergangenheit. Abfälle werden dort seit Jahren nicht mehr hingebracht. Dafür hat die Natur mit einer reichhaltigen Pflanzen- und Tierwelt Einzug gehalten. Renaturierung heißt das Stichwort.

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Und regelmäßig weidet eine Schafherde auf der ehemaligen Deponie in Hüttenfeld. Auch in diesen Tagen ziehen die Schafe wieder über die bewachsenen Hänge des Hügels. Schon aus der Ferne kann man sie sehen – und hören. Erstaunlich schnell fressen sie sich durchs satte Grün – als ein natürlicher Rasenmäher.

Gehütet werden sie von Simone Häfele. Sie hat eine eigene Rasse gezüchtet, die sich auch mit dürrem Weideangebot zufriedengibt. Dafür erhielt sie den Umweltpreis des Kreises Bergstraße. Seit dem Jahr 2012 hält sie ihre Tiere in einem Stall auf dem Gelände des ZAKB-Energieparks zwischen dem Lampertheimer Stadtteil Hüttenfeld und der A 67.

Sonnenenergie auf Abfallberg

Auf der ehemaligen Deponie betreibt der ZAKB eine der größten Fotovoltaikanlagen Hessens. Rund 10 000 Fotovoltaik-Module erzeugen jährlich etwa 2,5 Millionen Kilowattstunden Strom – das deckt den Jahresbedarf von mindestens 567 Haushalten.

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Die Schafe grasen mühelos darunter entlang, ohne sich den Kopf zu stoßen – ein weiterer Vorteil der gefräßigen Helfer.

Unter der Oberfläche zersetzen sich hingegen langsam, aber stetig rund fünf Millionen Tonnen Abfall, die dort bis zum Jahr 2005 aufgetürmt wurden. Dabei entstehen große Mengen klimaschädlicher Gase, die der ZAKB absaugt und über einen Generator verwertet. So werden jährlich rund 900 000 Kilowattstunden Strom für das öffentliche Netz hergestellt. Bei der Stromproduktion entsteht zudem Abwärme, die der ZAKB nutzt, um das Verwaltungsgebäude zu heizen. red