Landgericht Darmstadt - Mutter und zwei Söhne sind angeklagt Prozess um Drogen und Falschgeld

Von 
Gerlinde Scharf
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Bergstraße. Ein 28 Jahre alter Mann aus Bürstadt, dessen 34 Jahre alter Bruder mit Wohnsitz in Lampertheim und die Mutter der beiden Männer müssen sich jetzt wegen bewaffneten Handels mit Drogen in nicht geringen Mengen und Falschgeldbesitzes vor dem Landgericht Darmstadt verantworten.

Kiloweise Drogen

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Die Staatsanwaltschaft wirft dem älteren, wegen Raubs, Diebstahls und Drogendelikten vorbestraften Angeklagten vor, in der gemeinsamen Wohnung von Bruder und Mutter in Bürstadt rund sechs Kilo Heroin, drei Kilo Marihuana und einen hohen Betrag Falschgeld deponiert zu haben.

Außerdem stellte die Polizei bei einer Razzia im vergangenen Sommer in unmittelbarer Nähe der Wohnungseingangstür einen Baseballschläger, einen Schlagknüppel und Quarzhandschuhe sicher. Damit sollten, so die bisherigen Ermittlungen, mögliche Angreifer abgewehrt werden.

Abenteuerlich klingende Erklärung

Der Verteidiger des 28-Jährigen, bislang unbescholtenen jungen Mannes, schilderte zu Prozessbeginn vor der 15. Großen Strafkammer eine abenteuerlich klingende Geschichte, wie sein Mandant in den Besitz der Drogen gekommen sein will. Demnach haben zwei ihm unbekannte Männer an seiner Wohnungstür geklingelt und ihm einen Koffer und einen Rucksack zur Aufbewahrung übergeben, die er nach Drohgebärden widerwillig an sich gekommen habe. Zu einem späteren Zeitpunkt habe er das Innere inspiziert und die Drogen entdeckt.

Aus der U-Haft vorgeführt

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Gemeinsam mit seiner Mutter will der Angeklagte daraufhin das Rauschgift nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, weggeworfen, sondern in der Wohnung versteckt haben. Die Mutter der beiden Brüder machte zum Tatvorwurf bislang keine Angaben.

Der 34-Jährige, der im Gerichtssaal aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde, ließ über seinen Verteidiger erklären, dass er das Falschgeld als sogenanntes Zaubergeld und eine aufgefundene gefälschte Louis-Vuitton-Mund-Nasen-Bedeckung im Internet bestellt habe, um damit anzugeben.

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Der Prozess soll am Mittwoch (24.) fortgesetzt werden.

Freie Autorenschaft Seit vielen Jahren "im Geschäft", zunächst als Redakteurin beim "Darmstädter Echo", dann als freie Mitarbeiterin beim Bergsträßer Anzeiger und Südhessen Morgen. Spezialgebiet: Gerichtsreportagen; ansonsten alles was in einer Lokalredaktion anfällt: Vereine, kulturelle Veranstaltungen, Porträts. Mich interessieren Menschen und wie sie "ticken", woher sie kommen, was sie erreiche haben - oder auch nicht-, wohin sie wollen, ihre Vorlieben, Erfolge, Misserfolge, Wünschte etc.