Probleme wegen kranken Lokführern - Kritik an Personalpolitik

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dpa
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Frankfurt/Main. Verspätungen, überfüllte Züge oder Fahrtausfälle - die Probleme wegen Personalmangels bei der Bahn dauern an. Auf der Express-Verbindung zwischen Bebra, Fulda und Frankfurt muss der Verkehr noch bis 20. November ganz ruhen, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Grund seien "außergewöhnlich hohe Krankenstände" - darunter zahlreiche Corona-Fälle - beim Fahr- und Stellwerkspersonal. Das ganze Bundesland sei betroffen, sagte Thomas Kraft vom Fahrgastverband Pro Bahn Hessen.

Kraft nannte den Mittelhessen-Express als weiteres Beispiel, auch bei der Kurhessenbahn im Norden gebe es viele Ausfälle. Es gebe Strecken, auf denen die Hälfte oder sogar zwei Drittel der vorgesehenen Züge nicht fahren würden. Seit Monaten gebe es Probleme.

Grund sei eine verfehlte Personalpolitik, deren Anfang Jahrzehnte zurückreiche, kritisierte Kraft. Zwar stelle die Bahn inzwischen viele Mitarbeiter ein, doch der Mangel lasse sich nicht in ein paar Jahren aufholen - Folge sei ein eklatanter Personalmangel bei Lokführern, Schaffnern, Fahrdienstleitern und auch in den Werkstätten. "Und dann kommt etwas wie Corona und der Verkehr steht still", sagte Kraft.

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An die Planung müsse ganz anders herangegangen werden. Zunächst müsse geschaut werden, was die Bahn überhaupt leisten könne und danach müsse der Fahrplan gemacht werden. Grundlage wäre eine Inventur mit Informationen über die tatsächliche Situation. Dann könne sich der Fahrgast auch darauf einstellen. Eine sehr viel höhere Verkehrsdichte sei wünschenswert, doch was nützten neue Verbindungen, wenn sie dann nicht gefahren werden könnten, fragte der Fahrgast-Vertreter.

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