Pandemie - Kirchenvertreter aus dem Weschnitztal befürworten Pandemiemaßnahmen der Bundesregierung Pfarrer beziehen Stellung bei Anti-Corona-Demonstration

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ik
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Bergstraße. Der Mörlenbacher evangelische Pfarrer Clemens Bittlinger nennt es „Charme-Offensive“, sein Rimbacher Kollege Pfarrer Daniel Fritz ein „positives Gegengewicht“. Als sich am Montag auf dem Rimbacher Marktplatz Gegner der Corona-Maßnahmen zu ihrer wöchentlichen Demonstration versammeln, mischen sich auch Vertreter der Kirchen beider Konfessionen aus dem Weschnitztal unter die Menge. Trotz Nieselregen und frostigen Temperaturen treffen sich dort erneut rund 100 Menschen, um gegen die ihrer Meinung nach überzogenen Beschränkungen auf die Straße zu gehen. „Wir müssen uns als Kirche deutlich positionieren“, formuliert Bittlinger sein Anliegen. Er verteilt Handzettel mit einer „Herzlichen Einladung zum Gespräch“. Ein rotes Herz symbolisiert, dass es hier nicht um Konfrontation geht. „Und vor allem nicht darum, Menschen mundtot zu machen, die berechtigte Ängste und Sorgen haben“, erklärt Bittlinger. Hermann Birschel, früherer Pfarrer von Rimbach und Zotzenbach und ehemaliger stellvertretender Dekan des Evangelischen Dekanates Bergstraße, hält ein Schild in seinen Händen: „Ich bin nicht deiner Meinung, aber ich werde alles tun, damit du auch weiterhin deine Meinung vertreten kannst – Deutschland ist ein freies Land!“, heißt es darauf einleitend.

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Dann beziehen die Kirchenvertreter auf dem Plakat Stellung. „Wir befürworten die Pandemie-Maßnahmen unserer Bundesregierung. Wir vertrauen den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft (sie sind eine Gabe Gottes) und dem investigativen Journalismus der öffentlich-rechtlichen Medien.“

Bittlinger tritt am Ende der angemeldeten Demo ans „offene Mikrofon“, zeigt klare Kante gegen die „aberwitzigen Vergleiche“ der Bundesregierung mit diktatorischen Regimen. Es gibt wütende Zwischenrufe aus der Menge. „Wir werden uns aber nicht niederbrüllen lassen“, verspricht Bittlinger. ik