Pandemie - Insgesamt gab es im Landkreis bisher 5916 Infektionen Neun weitere Corona-Todesopfer im Kreis Bergstraße am Dienstag

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Bergstraße. Im Kreis Bergstraße sind heute 59 neue Corona-Infektionen bekannt geworden. Neun weitere Todesfälle wurden gemeldet. Betroffen sind allein in Groß-Rohrheim fünf Menschen im Alter zwischen 67 und 97 Jahren, außerdem eine 93-jährige Person aus Bensheim, eine 74-jährige Person aus Lindenfels, eine 79-jährige Person aus Grasellenbach und eine 84-jährige Person aus Hirschhorn. Bisher sind damit im Kreis 177 Menschen der Pandemie zum Opfer gefallen.

Das Bekämpfungskonzept des Landes

Grundlage des Konzepts ist die sogenannte Inzidenz. Damit ist die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen bezogen auf die Einwohnerzahl des Kreises Bergstraße gemeint. 
  • Ab einer Inzidenz von 20: Der Kreis muss erste gezielte lokale Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ergreifen, zum Beispiel ein erweitertes Meldewesen und andere an die Situation angepasste Maßnahmen. Genehmigungen für öffentliche Veranstaltungen sind mit einem Widerrufsvorbehalt zu verbinden. Ordnungsämter müssen die Einhaltung der Maßnahmen verstärkt kontrollieren. In den Gesundheitsämtern müssen mindestens fünf Mitarbeiter pro 20.000 Einwohner bereitstehen, um die Infektionsketten nachverfolgen zu können.
  • Ab einer Inzidenz von 35: Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus müssen erweitert werden. Außerdem wird der Planungsstab COVID-19 des Sozialministeriums eingebunden. Einschränkungen: Nicht mehr als 150 Teilnehmer bei Veranstaltungen, Ausnahmen müssen vom Gesundheitsamt unter Anwendung eines Hygienekonzepts genehmigt werden. Die Verpflichtung zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes wird ausgeweitet auf Vergnügungsstätten, überall außerhalb des eigenen Sitzplatzes bei öffentlichen Veranstaltungen, in der Gastronomie, in Kirchen und vergleichbaren Räumen. An privaten Feiern in angemieteten oder öffentlichen Räumen dürfen nur noch bis zu 25 Leute oder zwei Hausstände teilnehmen. In privaten Räumen wird eine Höchstteilnehmerzahl von 15 Personen oder zwei Hausständen empfohlen. Für gastronomische Einrichtungen und Vergnügungsstätten wird eine Schließung zwischen 23 und 6 Uhr empfohlen.
  • Ab einer Inzidenz von 50: Es muss ein konsequentes Beschränkungskonzept erlassen werden, das gegebenenfalls Kontaktbeschränkungen beinhaltet. Das Gesundheitsamt muss eng mit dem Planungsstab COVID-19 des Sozialministeriums sowie mit dem koordinierenden Krankenhaus zusammenarbeiten. Bei öffentlichen Veranstaltungen, in öffentlichen Einrichtungen, bei Trauerfeierlichkeiten, in Kirchen und vergleichbaren Räumlichkeiten muss auch am Sitzplatz eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Für besonders belebte Straßen und Plätze ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu empfehlen. In ambulanten Pflegediensten und Werkstätten für Menschen mit Behinderung gilt Maskenpflicht. Private Feiern in angemieteten oder öffentlichen Räumen dürfen maximal von zehn Leuten oder zwei Hausständen besucht werden. Für Feiern in privaten Räumen wird Gleiches empfohlen. Gastronomische Einrichtungen und Vergnügungsstätten bleiben zwischen 23 und 6 Uhr geschlossen. Für Alkohol gilt: der Konsum auf belebten Plätzen und Straßen und die Abgabe zum Sofortverzehr ist in dieser Zeit ebenfalls verboten. An öffentlichen Veranstaltungen dürfen maximal 100 Leute teilnehmen. Ausnahmen bedürfen eines mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzepts.
  • Ab einer Inzidenz von 75: Der Planungsstab des Sozialministeriums übernimmt die Steuerung der medizinischen Lage im Kreis. Im öffentlichen Raum dürfen sich maximal fünf Leute oder Angehörige von zwei Hausständen treffen. Genehmigungen für öffentliche Veranstaltungen sind zu überprüfen und möglicherweise zu widerrufen.
  • Ab einer Inzidenz von 200 an drei aufeinanderfolgenden Tagen: Verhängung einer nächtlichen Ausgangssperre für die Zeit zwischen 21 und 5 Uhr: Das Verlassen der eigenen Wohnung ist während dieser Zeit nur aus gewichtigen Gründen zuzulassen, zum Beispiel die ​Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten, Arztbesuche, Teilnahme an Gottesdiensten zu besonderen religiösen Anlässen, Versorgung von Tieren. Publikumsträchtige Ausflugsziele müssen auf geeignete Weise gesperrt werden. Der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum und die Abgabe von Alkohol zum Sofortverzehr ist ganztags untersagt. red
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Mittlerweile haben alle Kommunen im Kreisgebiet Todesopfer zu beklagen, außer Gorxheimertal, Lautertal und Zwingenberg. Die meisten Toten gab es bisher in Lampertheim (40), gefolgt von 24 in Bensheim und 22 in Heppenheim. 

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Wie das Landratsamt weiter berichtete, sind seit dem Ausbruch der Epidemie 5916 Infektionsfälle registriert worden. Die neuen Fälle stammen aus Bensheim (18), Heppenheim (4), Lautertal (2), Lindenfels (4) und Lorsch (3) sowie aus Birkenau (2), Bürstadt (6), Fürth, Gorxheimertal, Groß-Rohrheim, Hirschhorn, Lampertheim (12), Neckarsteinach und Viernheim (3).  Betroffen ist unter anderem ein Pflegeheim in Lindenfels. 

Dem Kreis sind derzeit 874 Infizierte bekannt. In den Bergsträßer Krankenhäusern werden 52 Patienten behandelt. Darunter sind 42 mit einer festgestellten Infektion. Beim Rest liegt ein Verdacht auf eine Corona-Erkrankung vor. 

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Wie aus der Mitteilung aus dem Landratsamt weiter hervorgeht, gab es 393 Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage, was für heute einer Quote von 145,29 Infektionen pro 100.000 Einwohnern (Inzidenz) entspricht. Dieser Wert wird morgen auf 132 sinken, da die Fallzahlen heute deutlich unter denen der Vorwoche (95) liegen.

Die Zahl der Corona-Fälle in Hessen hat sich heute um 450 erhöht. Damit liegt die Summe der Infektionen nach den Daten des Robert-Koch-Instituts in Berlin bei 159.409. Die Zahl der Todesfälle in Hessen hat sich um 109 auf 4072 erhöht. dpa/tm

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