Ausstellung

Mythen des buddhistischen Lebens auf der Leinwand

Der Lampertheimer Franz Schäfer lebt als Mönch und verbindet in seinen Werken Kunst und Glauben auf besondere Art.

Von 
Rosi Israel
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Helmut Hummel, K. Konchog Chöphel und Erich Maier, ehemaliger Bürgermeister und Volkshochschule-Leiter (von links), bei der Vernissage. © Rosi Israel/sm

Bergstraße. K. Konchog Chöphel, mit bürgerlichem Namen Franz Schäfer, hat seine Mönchsrobe angezogen und präsentiert den vielen Besucherinnen und Besuchern in Hummels Scheier tibetisch- buddhistische Impressionen in Malereien. Die Ausstellung ist bis zum 12. März geöffnet und sonntags von 11 bis 17 Uhr zu sehen.

Galerieleiter Helmut Hummel berichtet bei der Vernissage über das bewegte und vielschichtige Leben des Ausstellers: zum einen über die gutbürgerliche Biografie des Lampertheimers und zum anderen über dessen außergewöhnlichen Erlebnisse als buddhistischer Mönch.

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„Es ist die erste Ausstellung in diesem Jahr und zugleich eine besondere“, erklärt Hummel. Denn der 78-jährige K. Konchog Chöphel sei vielseitig interessiert, geistig rege und habe in seinem Leben viele Erfahrungen gesammelt. Mit seinen bemerkenswerten Maltechniken versetzt K. Konchog Chöphel denn auch die Kunstinteressierten in Staunen.

Bereits im zarten Alter von 14 Jahren habe Franz Schäfer sein Talent zum Malen entdeckt, weiß Hummel. Jahre später habe sich der Lampertheimer intensiver mit der Malerei auseinandergesetzt und auch neue Techniken ausprobiert, die den buddhistischen Motiven gewidmet sind. Die schöpferische Technik ähnle dem Siebdruck, einem Schablonen-Druckverfahren mit Hilfe einer Spraymethode, erklärt Hummel. Der Galerieleiter sagt: „Die Darstellungen beschäftigen sich mit verschiedenen Gottheiten und Mythen aus der buddhistischen Lehre.“

In Lampertheim groß geworden

Zur Person von Franz Schäfer erläutert Hummel, dass er in Lampertheim geboren und aufgewachsen ist. Nach seiner Schulzeit absolvierte der junge Mann eine Ausbildung zum Spengler und Installateur. Er wurde Marinesoldat und erreichte den Rang eines Maats. Später studierte Schäfer Geografie, und an der Pädagogischen Gesamthochschule Forbach erfolgte die Ausbildung zum Lehrer. Er unterrichtete im Mannheimer Stadtteil Sandhofen.

„Der Aussteller beschäftigte sich auch mit Professor Wilhelm Schäfer und mit dem Lampertheimer Altrhein, um eine Verschlammung zu vermeiden und wieder ein Fließgewässer herzustellen,“ so Hummel. Dazu hat Franz Schäfer ein Buch veröffentlicht, das im Stadtarchiv und in der Stadtbücherei vorliegt.

In jungen Jahren schloss sich Franz Schäfer einer organisierten Pilgerreise nach Indien an. „Das war für Schäfer der Beginn, sich mit dem Buddhismus auseinanderzusetzen und zu studieren. Zahlreiche Reisen führten ihn nach Tibet und Nepal. Schlussendlich hat der Lampertheimer im Buddhismus Zuflucht gefunden“, so Hummel.

Heute befasst sich K. Konchog Chöphel mit Sanskrit-Texten und ist im Austausch mit Instituten und buddhistischen Zentren. „Einige werden K. Konchog Chöphel noch von ihren Besuchen bei der Volkshochschule Lampertheim kennen, als Erich Maier der Leiter der Einrichtung war“, vermutet Hummel.

Charmant und mit Witz beschreibt K. Konchog Chöphel seine Erlebnisse. „Ein tibetischer Buddhist muss die Lehre praktizieren“, betont er und erklärt die körperliche und geistige Reinigung. Christen seien im Vergleich zu Buddhisten passiv. Sie ahmten das nach, was der Pfarrer sagt.

Den Geist zur Ruhe kommen lassen

Aus der Sicht des Buddhismus solle man den Geist etwas zur Ruhe kommen lassen, um entspannter zu werden. Doch sollten Buddhisten aktiv sein, sich mit der Realität und Veränderungen beschäftigen. „Vor allem muss ich ehrlich zu mir selbst sein“, hebt der Mönch hervor.

Humorvoll schildert er seine Aufgaben an der vhs. Der damalige Kulturamtsleiter Erich Maier hatte ihn gebeten, einen Kurs in die Einführung des Buddhismus zu halten. „Ach, du meine Güte! Auf was habe ich mich da bloß eingelassen!“, hatte der Mönch damals gedacht. Am Anfang umfasste der Kurs sechs Semester, und es sollten immer mehr werden. „Der dritte Kurs hatte 13 Semester“, resümiert K. Konchog Chöphel. Alle Buddhismus-Formen seien weltweit unterschiedlich und könnten nicht verglichen werden. Schon der tibetische Buddhismus sei sehr komplex. K. Konchog Chöphel habe bereits viele chinesische und japanische Bücher gelesen. Seit 40 Jahren arbeite er an einem Buch über Buddhismus, das bereits 3000 Seiten umfasst. /sm

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