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Coronavirus

Mit den Erstimpfungen bis Ende Juli durch

Von 
Sina Roth
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Die Zahl der Erstimpfungen im Impfzentrum Bergstraße nimmt ab, die der Zweitimpfungen zu. Bis Ende des Monats sollen alle Erstimpfungen verabreicht sein. © Thomas Neu

Bergstraße. In der jüngsten Corona-Pressekonferenz des Kreises hat Landrat Christian Engelhardt betont, dass das Bergsträßer Impfzentrum wie geplant schließen wird. Dabei bezog er sich auf die Gesundheitsministerkonferenz, in der nochmals erklärt wurde, dass die Impfzentren Ende September ihren Betrieb einstellen sollen. „Sie haben sich allerdings noch ein Hintertürchen offengelassen“, so der Landrat, „da die Impfzentren quasi für den Bedarfsfall auf standby bleiben sollen. Meiner Ansicht nach ist das nicht ganz konsequent, sondern eine hybride Lösung. Die Impfzentren für den Notfall bereit zu halten, halte ich für komplett falsch.“

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Drei weitere Corona-Infektionen im Kreis Bergstraße

Für den Kreis Bergstraße wurden gestern drei neue Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die betroffenen Personen kommen aus Heppenheim, Rimbach und Wald-Michelbach. Mindestens einen neuen positiven Corona-Fall gibt es nach Angaben der Kreis-Pressestelle an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Rimbach.

Die Inzidenz für den Kreis Bergstraße – die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage, bezogen auf 100 000 Einwohner – wurde gestern vom Berliner Robert Koch-Institut mit 3,7 (Vortag 3,3) angegeben. Aufgrund technischer Probleme konnte der Kreis am Donnerstag keine aktuellen Angaben über die Zahl der im Bergsträßer Impfzentrum in Bensheim durchgeführten Erst- und Zweiimpfungen machen.

Laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind im Kreis Bergstraße von 43 verfügbaren Intensivbetten in den Kliniken 32 Betten belegt. Mit Covid-19 infizierte Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen, gibt es dort derzeit nicht.

Hessenweit sind binnen 24 Stunden 87 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Das ging aus den Daten des Robert Koch-Instituts hervor. Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Coronavirus starben, erhöhte sich um sechs auf insgesamt 7521. Die hessenweite Inzidenz stieg am Donnerstag leicht von 7,3 auf 7,4. red/dpa

Kurzfristige Termine übers Portal

Schnittstellen und Verantwortlichkeiten seien in einem solchen Fall nicht klar. Fest stehe jedoch auch, dass im Herbst deutlich mehr Impfungen anstehen als üblich, da die Quote bei der Corona-Impfung höher sei als beispielsweise bei der Grippeimpfung. „Wir planen nicht mehr mit Einsätzen des Impfteams nach dem 30. September“, bekräftigte Engelhardt. Der Vertrag für die Nutzung der Räumlichkeiten sei gekündigt und auch die derzeit dort Beschäftigten brauchten Planungssicherheit, so der Landrat. Die Auffrischungsimpfungen sollen durch die niedergelassenen Ärzte erfolgen.

Die Datenbank des Impfzentrums, die kurzzeitig ausgefallen sei, laufe jetzt wieder. „Derzeit werden pro Tag hier etwa 1300 Impfungen durchgeführt. Der größte Teil davon sind weiterhin Zweitimpfungen, aber auch zwischen 150 und 200 Erstimpfungen.“ In der vergangenen Woche seien durch das Team im Impfzentrum und die niedergelassenen Ärzte im Kreis insgesamt rund 17 000 Dosen verimpft worden.

In der kommenden Woche werden außerdem Sonderzuweisungen an Impfstoff erwartet. „Die Knappheit an Impfstoff ist vorbei.“ Die Arztpraxen erhielten inzwischen deutlich mehr und auch der Kreis erwarte 3000 Dosen zusätzlichen Impfstoff. „Dadurch gibt es kurzfristige Termine, unter anderem mit dem Impfstoff von Johnson und Johnson. Das Registrierungsportal des Landes soll dazu um die Funktion der Buchung von Sofortterminen erweitert werden. Dann kann man den passenden Termin im Kalender auswählen.“

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Schneller geschafft als erwartet

Am vergangenen Montag habe es im Kreis keine registrierten Personen ohne Termin mehr gegeben. Falls man dennoch noch keine Rückmeldung erhalten habe, solle man im System nachschauen, ob nicht doch ein Termin eingetragen ist. Die vergebenen Termine seien alle im Juli. „Wir sind also etwas schneller als angenommen. Wir sind davon ausgegangen, dass Ende August jeder ein Impfangebot bekommen hat. Jetzt wird es Ende Juli, bis wir mit den Erstimpfungen im Kreis durch sind.

Weniger erfreulich sei hingegen, dass – unabhängig vom Impfstoff – die Zahl derer, die ihren Termin für die Erstimpfung weder wahrnehmen noch absagen. „Vermutlich sind viele inzwischen anderweitig geimpft worden und melden sich nicht ab“, so Engelhardt. Der Landrat betont, dass man sich stattdessen solidarisch zeigen und die Registrierung löschen sollte.

„Die Inzidenz nach den Werten des Robert-Koch-Instituts liegt derzeit für den Kreis bei 3,7“, wie die Gesundheitsdezernentin Diana Stolz mitteilte. Wenige Fälle machten momentan prozentual viel aus. „Am vergangenen Sonntag hatten wir beispielsweise fünf Fälle.“ Sehr ruhig sei derzeit stationäre Lage. Außerdem sei derzeit eine Kita betroffen und drei Schulen mit jeweils einer Person. Besonders erfreulich sei außerdem, dass es momentan keine Fälle mehr in Gemeinschaftsunterkünften gebe, wie der Kreisbeigeordnete Karsten Krug ergänzt.

Auffällig sei auch, dass die Anzahl der Testungen deutlich zurückgehe. „Noch weiter rückläufig ist aber der Anteil der gemeldeten positiven Antigentests“, so Stolz. Im Juni seien knapp 150 Fälle im Kreis Bergstraße registriert. „Das sind deutlich weniger als in den Monaten davor; seit Oktober.“ Den Höhepunkt haben die Fallzahlen im Kreis im Oktober erreicht: mit rund 1900 Fällen in einem Monat.

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„Die Sequenzierungen dauern an“

Derzeit liege das Durchschnittsalter der aktuell Infizierten bei 28 Jahren. „Die Gruppe der Null- bis 15-Jährigen macht dabei gut 40 Prozent des Infektionsgeschehens aus.“

Nach wie vor sei bislang nur ein Infektionsfall mit der sogenannten Delta-Variante im Kreis nachgewiesen. „Die Sequenzierungen dauern sehr lange an. Wir haben Verdachtsfälle, die das Gesundheitsamt beobachtet“, berichtet Stolz.

In der Bußgeldstelle seien seit der vergangenen Woche lediglich fünf gemeldete Verstöße hinzugekommen, wie Krug meldet, 1780 seien es jetzt insgesamt. „Es ist deutlich ruhiger geworden“, ergänzt er.

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