BA Natürlich - Auftakt zur Veranstaltungsreihe an diesem Samstag mit abwechslungsreichem Informationstag zu Gebäudebrütern Mensch und Tier unter einem Dach

Von 
Gerlinde Scharf
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Bergstraße. Gebäudebrüter haben es in Zeiten von moderner Architektur, großer Glasfassenden und energetischen Sanierungen schwer. Auf einen Nenner gebracht: Sie wissen nicht, wohin sie ihr Ei legen und wo sie ihre Jungen aufziehen sollen. Dabei sind unsere Städte und Dörfer seit jeher Lebensraum für viele Tiere.

Der Mauersegler (Bild) ist eine der Arten, die sich längst an menschliche Siedlungen angepasst haben. © NABU/dpa
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Oft sind es auch frühere Felsenbrüter, die sich Häuser als künstliche „Felsen“ zur Brutaufzucht nehmen. Aber Brutplätze allein genügen nicht. Viele Vogel- und Fledermausarten haben sich an menschliche Siedlungen angepasst und wohnen oft sogar mit Menschen unter einem Dach. Schwalben und Mauersegler, Schleiereulen und Zwergfledermäuse gehören dazu.

Informationen dazu, wie es gelingen kann und was es braucht, um Gebäudebrütern trotz naturferner Bauweisen wieder mehr Raum zu geben und mit geringem Aufwand für mehr Artenvielfalt in unserer Umgebung zu sorgen, liefert die Auftaktveranstaltung in der Reihe „BA-Natürlich“ zum Jahresthema des Naturschutzzentrums Bergstraße (NZB) in Kooperation mit der Stadt Bensheim und Naturschutzverbänden wie Nabu und BUND. Dank eines Preisgeldes von 5000 Euro aus der Umweltlotterie nimmt das Projekt „Mensch und Tier unter einem Dach – Gebäudebrüter“ an diesem Samstag (7.) Fahrt auf.

Neben Infoständen über Tierarten, deren Lebensweise, über vogelfreundliche Gärten, den „Sympathievogel“ am NZB, den Haussperling, neben Anregungen und Anleitungen, wie man Mauersegler- und Fledermauskästen in die Wärmedämmung einbauen kann, sowie Präparaten der verschiedenen Vogelarten gibt es von 14 Uhr bis 16.30 Uhr ein großes Angebot an Workshops. Hier sind die Besucher zum Mitmachen aufgefordert. Unter anderem werden Schwalbennisthilfen mit Gips, Lehm und Stroh hergestellt, Schwalbenbrette für Scheunen und offene Ställe gefertigt, Nisthilfen für Hausrotschwanz, Fledermäuse, Höhlen- und Nischenbrüter mit Hilfe von Bausätzen gezimmert und mit lösungsmittelfreien Farben farbig gestaltet. Noch am Samstag sollen einige Schwalbenbretter im Reiterzentrum Ulrike Mohr angebracht werden. Wer seinen Talenten als Tüftler und Bastler nicht traut, der kann im Naturschutzzentrum fertige Nisthilfen kaufen.

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„Am wichtigsten ist das ausreichende Nahrungsangebot für die Gebäudebrüter. Auch die Körnerfresser unter unseren Vogelarten füttern ihre Jungen, die zum Heranwachsen eiweißreiche Kost brauchen, mit Insekten“, macht die pädagogische Leiterin des NZB, Veronika Lindmayer, deutlich. Was man alles für die tierischen Mitbewohner in Haus, Hof und Garten tun könne, wolle man interessierten Menschen mit der neuen Veranstaltungsreihe vermitteln.

Eröffnet wird die Auftaktveranstaltung zum Artenschutz am Samstag durch Stadtrat Adil Oyan und Vertretern des NZB. Anschließend wird Nabu-Landesvorsitzender Gerhard Eppler die Besucher mit spannenden Informationen zum Artenschutz „füttern“, über Lebensraum und Gefährdung der häufigsten Gebäudebrüter aufklären – unter ihnen auch der Turmfalke, der Hausrotschwanz und der Haussperling.

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Das NZB-Team weist ausdrücklich darauf hin, dass die Reihe BA-Natürlich ausnahmsweise an einem Samstag – und nicht wie üblich an einem Sonntag – startet. Fortgesetzt wird das Projekt Mensch und Tier unter einem Dach mit weiteren Vorträgen und Exkursionen.

Freie Autorenschaft Seit vielen Jahren "im Geschäft", zunächst als Redakteurin beim "Darmstädter Echo", dann als freie Mitarbeiterin beim Bergsträßer Anzeiger und Südhessen Morgen. Spezialgebiet: Gerichtsreportagen; ansonsten alles was in einer Lokalredaktion anfällt: Vereine, kulturelle Veranstaltungen, Porträts. Mich interessieren Menschen und wie sie "ticken", woher sie kommen, was sie erreiche haben - oder auch nicht-, wohin sie wollen, ihre Vorlieben, Erfolge, Misserfolge, Wünschte etc.