Corona - Hessische Landesregierung gibt Neuregelung bekannt / Mittlerweile 48 Mutationsfälle im Kreis Bergstraße / Landratsamt kündigt Verfügungen an Maskenpflicht künftig ab erster Schulklasse

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red/dpa
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Leere Klassenzimmer, Homeschooling, Maskenpflicht im Unterricht oder gar längere Ferien: Seit dem Ausbruch des Corona-Virus hat sich vieles verändert. © Sebastian Gollnow/dpa

Wiesbaden/Bergstraße/Region. An Hessens Schulen gilt künftig schon ab der ersten Klasse eine grundsätzliche Maskenpflicht. Das kündigte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Donnerstag nach der Sitzung des hessischen Corona-Kabinetts in Wiesbaden an. Es müsse aber nicht zwingend eine medizinische Maske sein. Das Land empfehle letztere Masken zwar, ordne sie aber nicht konkret an, sagte Lorz.

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Beim geplanten Wechselunterricht ab 22. Februar für die Klassen eins bis sechs an hessischen Schulen soll nach Vorgaben des Kultusministeriums so viel Präsenzunterricht wie möglich für so viele Schülerinnen und Schüler wie möglich angeboten werden. Dabei sei sicherzustellen, dass der Schwerpunkt auf den Fächern Deutsch, Mathematik, erste Fremdsprache und – in der Grundschule – Sachunterricht liege, heißt es in einem Schreiben an die Schulleitungen. Bei Wechselunterricht werden die Schulklassen aufgeteilt. Eine Hälfte wird in der Schule unterrichtet, die andere Hälfte lernt zu Hause. Die Gruppen tauschen tage- oder wochenweise.

Unterdessen ist die britische Corona-Variante B.1.1.7. auch im Kreis Bergstraße weiter auf dem Vormarsch. Wie Gesundheitsdezernentin Diana Stolz informierte, wurden gestern neun weitere bestätigte Fälle gemeldet; insgesamt liege die Zahl nun bei 48. Hauptsächlich handele es sich dabei um Kontaktkonstellationen zu schon bekannten bestätigten Infektionsfällen sowie zu dem Cluster in Gorxheimertal. Zudem sei bei zwei Todesfällen der jüngeren Zeit mittlerweile ein Zusammenhang mit der Mutation nachgewiesen worden.

Aktuelle Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus musste der Kreis gestern nicht vermelden. Bei den bestätigten Erkrankungen kamen 33 Personen hinzu, u. a. in Bensheim (4), Lautertal (2), Lindenfels (3), Lorsch (2) und Zwingenberg (1). An Einrichtungen aktuell betroffen sind derzeit u. a. die Heinrich-Metzendorf- und die Karl-Kübel-Schule in Bensheim. Der Inzidenzwert für den Kreis wurde am Donnerstagabend mit 87,42 angegeben.

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Laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind im Kreis Bergstraße derzeit von 44 verfügbaren Intensivbetten in den Kliniken 35 Betten belegt – davon sieben mit an Covid-19 infizierten Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen; einer von ihnen muss invasiv beatmet werden.

Angekündigt wurden gestern aus dem Landratsamt zwei neue Verfügungen des Kreises, um die Verbreitung des Virus’ einzudämmen. Demnach wird für komplette Haushalte ein Betretungsverbot in Schulen und Kindergärten gelten, wenn für eines der Haushaltsmitglieder eine Quarantäne angeordnet wurde. Eine weitere Verfügung soll vorschreiben, dass Beschäftigte mobiler Pflegedienste bei ihrer Arbeit eine FFP2-Maske tragen müssen.

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In ganz Hessen sind am Donnerstag nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts 792 weitere Coronavirus-Infektionen registriert worden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona stieg im Bundesland um 66.

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Die Stadt Mannheim, der Rhein-Neckar-Kreis und der Neckar-Odenwald-Kreis haben am Donnerstagabend erneut eine nächtliche Ausgangssperre erlassen. In diesen Kommunen dürfen Menschen zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens nur etwa aus beruflichen und medizinischen Gründen sowie zur Versorgung von Tieren aus dem Haus. Die Ausnahmeregelungen entsprechen im Wesentlichen der landesweiten nächtlichen Ausgangssperre ab 20 Uhr, die der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof ab Donnerstag für ungültig erklärt hatte. red/dpa