Gesellschaft - Aufruf des Gewerkschafts-Dachverbandes zum 1. Mai unter dem Motto „Solidarisch ist man nicht alleine“ Maikundgebung des DGB findet diesmal online statt

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red
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Bergstraße. „Solidarisch ist man nicht alleine!“ Unter diesem Motto steht der 1. Mai 2020. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat eine historisch einmalige Entscheidung getroffen: Die gewerkschaftlichen Mai-Kundgebungen finden wegen der Corona-Pandemie erstmals nicht auf Straßen und Plätzen statt, sondern digital – „politisch, bunt und musikalisch“, mit bekannten Künstlern und interaktiven Online-Mitmach-Aktionen, wie es in der Ankündigung heißt.

Statt mit wehenden Fahnen am Bahnhof in Heppenheim findet die Kundgebung des DGB zum Maifeiertag in diesem Jahr online statt. © Funck
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Das Livestream-Event des DGB startet am 1. Mai um 11 Uhr. Der DGB Bergstraße unterstreicht die Bedeutung von Solidarität: „Die Gewerkschaften haben ihre Kraft und ihre Durchsetzungsfähigkeit schon immer aus dem Füreinander-Einstehen der Vielen bezogen. Wir setzen uns aktiv für Gerechtigkeit, für gute Löhne und für eine soziale und solidarische Gesellschaft ein“, betont DGB-Kreisvorsitzender Sven Wingerter (Wald-Michelbach). „Gute Tarifverträge und gute Löhne fallen nicht vom Himmel. Sie müssen erkämpft werden. Das geht nur mit mitgliederstarken Gewerkschaften“.

DGB-Regionssekretär Horst Raupp (Darmstadt) bekräftigt: „Unsere Stärke ist die Kraft der Solidarität. Gemeinsam mit unseren Schwestergewerkschaften in Europa und weltweit kämpfen wir für ein besseres Leben. Mensch und Umwelt müssen Vorrang haben vor Kapital- und Profitinteressen“.

Im Kreis Bergstraße sind rund 21 700 Arbeitnehmer in den acht DGB-Gewerkschaften organisiert. Ausdrücklich würdigt der DGB Bergstraße die engagierte Arbeit der Beschäftigten im Gesundheitswesen, in den Alten- und Pflegeheimen, in den Supermärkten und im Reinigungsgewerbe. „Es ist gut, dass die Beschäftigten, die den ,Laden’ am Laufen halten, von allen Seiten Anerkennung bekommen. Aber Applaus allein genügt nicht. Die Wertschätzung muss sich auch in guten Arbeitsbedingungen und einer deutlich besseren Bezahlung zeigen. Das haben die Beschäftigten im wahrsten Sinne des Wortes verdient“.

„Applaus alleine genügt nicht“

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Der DGB Bergstraße setzt sich für eine flächendeckende Tarifbindung und für gute Löhne ein. Hilde Kille aus Heppenheim, stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende und Sprecherin der Bergsträßer DGB-Gewerkschaftsfrauen, betont: „Für Frauen sind Tarifverträge ein doppeltes Plus, denn Lohnarmut und Altersarmut sind in erster Linie weiblich. Von einer Stärkung der Tarifbindung würde gerade Frauen deutlich profitieren“.

Der DGB Bergstraße fordert massive Investitionen in das öffentliche Gesundheitswesen und unterstützt aktiv die Forderung der Friedensbewegung: „Geld für Gesundheit statt für Aufrüstung“: „Die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig ein leistungsfähiges öffentliches Gesundheitssystem ist“, macht der Heppenheimer DGB-Vorsitzende Franz Beiwinkel deutlich „Die Schließung von Kliniken, die noch vor wenigen Wochen gefordert wurde, würde in der jetzigen Situation katastrophale Auswirkungen für Leben und Gesundheit der Bevölkerung haben. Jedes einzelne öffentliche Krankenhaus wird gebraucht“.

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Nils Burkhoff (Viernheim), Bildungsbeauftragter des DGB Bergstraße, betont: „Viele Bereiche des öffentlichen Dienstes sind chronisch unterfinanziert und personell unterbesetzt. Die Politik muss massiv in einen handlungsfähigen Staat, in gute Bildung, gute Kitas und gute Schulen investieren. Hier gibt es nicht nur viel zu tun, es muss auch schnell gehandelt werden.“

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Für den DGB Bergstraße ist klar: „Mit dem Kaputtsparen muss endlich Schluss sein. Für den Erhalt und den Ausbau der öffentlichen Infrastruktur, für den Öffentlichen Nahverkehr, für Umwelt- und Klimaschutz muss deutlich mehr Geld in die Hand genommen werden. Bund und Land müssen die Investitionskraft der Städte und Gemeinden stärken. Lebenswerte Städte und Gemeinden sind das Fundament unserer Demokratie“, heißt es abschließend im Aufruf des DGB Bergstraße zum Maifeiertag. red

Info: www.dgb.de/ erster-mai-tag-der-arbeit