Pandemie - Gesamtpersonalrat kritisiert die Landesregierung Lehrer gegen Corona-Tests in der Schule

Von 
red
Lesedauer: 

Bergstraße. Mit „großer Sorge“ hat der „Gesamtpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer“ (GPRLL) am Staatlichen Schulamt für den Landkreis Bergstraße und den Odenwaldkreis die Informationen zum geplanten Start von Testungen an den hessischen Schulen nach den Osterferien kritisiert.

AdUnit urban-intext1

„Ein weiteres Mal sehen wir unsere Kolleginnen und Kollegen in den Schulen mit einer Situation konfrontiert, die so nicht hinnehmbar ist“, so Tony Schwarz von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Vorsitzender des GPRLL. Erneut erfolge der Versand der Informationen viel zu knapp vor den Ferien.

Viel zu lange Unklarheit

Zudem sei unklar, wie der Unterricht nach den Ferien überhaupt aussehe. Zwischen Brücken-Lockdown auf der einen Seite und geplanten Lockerungen auf der anderen Seite würden Lehrkräfte wie Schüler seit 13 Monaten zum wiederholten Male bis zum Ende der Ferien über den Schulstart absolut im Unklaren bleiben.

Neben den Fragen zum Unterrichtsmodell komme nun auch noch die Aufgabe von Test-Durchführungen auf die Schulen zu. „Statt die Testungen zu Hause durchführen zu lassen, wird dieser Vorgang nun auf das Schulgelände verlagert und könnte erhebliche Unruhe mit sich bringen“, so Volker Weigand, Fraktionsvorsitzender des Deutschen Lehrerverbandes Hessen (DLH) im GPRLL.

AdUnit urban-intext2

„Nicht akzeptabel“

Der ganze Ablauf am Morgen werde zeitaufwendig sein, und positiv getestete Schulkinder wären sofort als solche für die Klassenkameraden bekannt. Eine Weitergabe dieser Information lasse sich dann wohl nicht immer vermeiden. Dies laufe dem Datenschutz zuwider und schade den Schülern. Das sei „nicht akzeptabel“.

Weitere Aufgaben wie die emotionale Unterstützung positiv getesteter Schüler könnten aufgrund des sich direkt anschließenden Unterrichtsgeschehens gar nicht in der gewünschten Form geleistet werden. Es müsse eine aufwendige Informationskette in Gang gesetzt werden.

AdUnit urban-intext3

Besonders kritisiert wird durch den GPRLL, dass die Lehrkräfte aktiv in das Testverfahren insofern mit einbezogen würden, dass sie den Ablauf besprechen und Beipackzettel lesen sollten, vorab Einverständniserklärungen einsammeln und auf dem aktuellen Stand halten müssten.

AdUnit urban-intext4

„Ende der Fahnenstange erreicht“

Es könne sogar so weit gehen, dass die Lehrkräfte mit Schutzkleidung Hilfe bei den Tests selbst leisten müssten. Der GEW-Vorsitzende Holger Giebel warnt vor einem solchen Szenario: „Die Testungen müssen durch geschultes Personal durchgeführt werden, nicht durch Lehrkräfte.“ Man habe auch der Dienststelle vorgetragen, dass bei aller bislang durch die Kollegen geleisteten Zusatzarbeit im Laufe der Corona-Pandemie nunmehr das Ende der Fahnenstange definitiv erreicht sei.

Aufgrund des schleppenden Impffortschritts leide das gesamte Unterrichtsgeschehen ohnehin, viele Schüler hätten seit den Weihnachtsferien die Schule gar nicht besuchen können. Zwar sei ein Öffnungsschritt sicher begrüßenswert, aber nur unter der Maßgabe einer langen Vorausplanung und eines sicheren Schulbetriebs. Durch diese Form der Testungen, die man so nicht mittragen könne, werde allerdings das Gegenteil erreicht. red