Lieblingsplatz - Beim Spielplatz an der B 44 haben Bürger und Politik gemeinsam etwas geschaffen Kusicka setzt auf eine lebendige Ortsmitte

Von 
Petra Schäfer
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Bürgermeister Felix Kusicka an seinem Lieblingsort: der neu gestaltete Spielplatz an der B 44. © Nix/sm

Biblis. Sein Lieblingsplatz? „Da muss ich nicht lange nachdenken, das ist natürlich der Spielplatz an der B 44“, antwortet der amtierende Bürgermeister Felix Kusicka. Das Areal ist neu angelegt und mit attraktiven Spielgeräten ausgestattet worden. Eine Elterninitiative um Carina Holstein und Julia Herd hatte das Projekt mit der Teilnahme an einem Gewinnspiel angestoßen. „Und dann hat alles eine positive Dynamik erhalten, das habe ich in den 15 Jahren, die ich jetzt Politik mache, noch nicht erlebt“, sagt Kusicka. Die Bibliser gewannen schließlich 50 000 Euro zur Neugestaltung für den Spielplatz, und die Gemeinde gab weitere 50 000 Euro hinzu. Vor einem Jahr wurde die erneuerte Anlage eröffnet. Jetzt soll auch die Fläche hinter dem Fußballfeld aufgewertet werden.

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Weit weniger greifbar ist bisher für die Bürger der Stadtumbau, der Biblis in den kommenden Jahren prägen soll. Die politischen Weichen für die Umsetzung dieses Förderprogramms sind gestellt. Aber Kusicka weiß: „Das ist für die Bürger noch relativ abstrakt.“ Der Stadtumbau soll die Bibliser Ortsmitte nachhaltig verändern. „Ein pulsierendes Zentrum für den Ort“, beschreibt der 56-Jährige das Vorhaben für den „Bereich rund ums Rathaus“.. Dort soll das Gesundheitshaus entstehen, das vor allem einem Allgemeinmediziner Räume bieten soll, die auf den neuesten Stand der Technik sind. Doch das Gebäude stehe auch weiteren Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich offen. Kusicka denkt dabei an eine Apotheke und eine Beratungsstelle für Senioren. Grünflächen und Bänke sollen die Aufenthaltsqualität in der Bibliser Mitte steigern. Mit dem Denkmalschutz, der weite Teile des Areals unter Ensembleschutz gestellt hat, „zeichnen sich mögliche Lösungen ab“. Zum Planungsgebiet gehört auch die Bahnhofstraße, wo 20 neue Wohnungen entstehen sollen. Die Gemeinde hat dafür zwei Häuser gekauft. „Die Investoren sollen das gewünschte Konzept umsetzen“, betont der Rathauschef, dass die Gemeinde Vorgaben macht für Wohnungsgröße und barrierefreie Bauweise. „Wichtig ist, dass wir Zugriffe auf Grundstücke haben und Liegenschaften erwerben, um Projekt zu ermöglichen.“ Außerdem will Kusicka die Unterführung beim Bahnhof in Angriff nehmen. Was er auf jeden Fall verhindern will, ist die Ansiedlung von Spielhallen und Shisha-Bars.

Gesamtkonzept für Gemeinde

Wichtig ist für Kusicka, dass es auch beim Thema Straßenverkehr ein Gesamtkonzept für die Gemeinde gibt. Und das gilt auch für das Thema Geschwindigkeitsreduzierung auf Bibliser Straßen. „Es bringt nichts, wenn wir einfach mal einen Zebrastreifen auf die Straße malen. Wir müssen uns alle kritischen Stellen anschauen.“ Zwei so genannte „Smileys“, die im Gemeindegebiet entlang von Straßen aufgehängt werden, zeigen den Autofahrern nicht nur an, ob sie zu schnell unterwegs sind. Sie liefern auch der Verwaltung Daten darüber, ob an den beobachteten Stellen tatsächlich oder nur gefühlt gerast wird.

Wenn es persönlich wird

„Wir haben viel auf den Weg gebracht“, sagt Kusicka rückblickend. „Es war spannend, und es hat Spaß gemacht – besonders, sich ins Baurecht einzuarbeiten.“ Ihm habe es geholfen, dass er aus seiner früheren Tätigkeit bereits die Abläufe in einer Verwaltung kannte. Allerdings gab es auch Situationen, die ihn getroffen haben: „Wenn Sachargumente nicht mehr zählen, sondern es ins Persönliche geht. Wenn bis aufs Blut gestritten wird. Das tut uns allen nicht gut.“ Dann berichtet Kusicka, wie Mitarbeiter von einem Autofahrer angespuckt worden seien, als sie die Bodenschwelle auf der Fahrbahn vor der Alten Schule installierten. „Der Schock bei den Mitarbeitern über dieses Verhalten war so groß, dass sich niemand das Nummernschild gemerkt hat, sonst hätte ich den Fahrer angezeigt.“ /sm

Redaktion Redakteurin Südhessen Morgen