Corona-Pandemie - Erster Fall mit einer südafrikanischen Virusmutation festgestellt Kreis schließt Schulen in Bensheim und Bürstadt

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dpa/tm
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Berlin/Wiesbaden/Bergstraße. Im Kreis Bergstraße ist gestern erstmals eine Corona-Infektion mit der südafrikanischen Variante B.1.351 des Virus bekannt geworden. Wie das Landratsamt mitteilte, wurde der Fall in Heppenheim gemeldet. Die südafrikanische Virusvariante gilt als deutlich ansteckender und resistenter gegen Impfstoffe als der ursprüngliche SARS-CoV-2-Erreger.

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Das Gesundheitsamt hat die Heinrich-Metzendorf-Schule und die Karl-Kübel-Schule in Bensheim sowie die Erich-Kästner-Schule in Bürstadt geschlossen. In den Bensheimer Schulen traten Fälle der britischen Virusmutation B.1.1.7 auf, in Bürstadt gibt es einen Verdachtsfall. Insgesamt wurden gestern elf neue Fälle der britischen Mutation nachgewiesen, die Gesamtzahl stieg auf 59.

Die Heinrich-Metzendorf-Schule in Bensheim wurde wie die Karl-Kübel-Schule geschlossen. Dort sind Fälle der britischen Coronavirus-Mutation aufgetreten. © Schule

Die Infektionszahlen im Kreis sinken weiter. Gestern wurden 17 Infektionen gemeldet. Todesfälle gab es nicht. Wie das Landratsamt berichtete, sind damit insgesamt 6953 Infektionen registriert worden. Die neuen Fälle stammen unter anderem aus Bensheim (2), Heppenheim (2), Lautertal, Lindenfels und Lorsch. Dem Kreis sind zurzeit 597 Infizierte bekannt. In den Bergsträßer Krankenhäusern werden 52 Patienten behandelt. Darunter sind 44 mit einer festgestellten Infektion. Beim Rest liegt ein Verdacht auf eine Corona-Erkrankung vor. Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, gab es 216 Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage, was einer Quote von 79,67 Infektionen pro 100 000 Einwohnern (Inzidenz) entspricht. Dieser Wert wird morgen weiter auf 68 sinken.

Laut Deutscher Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind im Kreis Bergstraße derzeit von 43 verfügbaren Intensivbetten in den Kliniken 36 Betten belegt – davon sechs mit an Covid-19 infizierten Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen; eine von ihnen muss invasiv beatmet werden.

Inzidenz in Hessen bei 62,7

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Am Donnerstag ist die britische Corona-Mutation erstmals in Darmstadt in zwei Fällen nachgewiesen worden. Nach Angaben des Krisenstabs besteht bisher jedoch kein Hinweis, dass die Mutation auch zu schwereren Erkrankungen führt. Der Inzidenzwert für Darmstadt ist weiter leicht gesunken und lag gestern bei 51,9.

In Hessen wurden 687 Neuinfektionen registriert und 36 weitere Todesfälle (Stand: Freitag, 0 Uhr). Die Gesamtzahl der Todesfälle lag damit bei 5398. Seit Beginn der Pandemie sind 179 467 Infektionen registriert worden. Der Inzidenzwert im Land fiel auf 62,7.

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Fast drei Viertel der Hessen fallen nicht in die altersbedingte Priorisierung bei den Impfungen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, sind rund 4,6 Millionen Menschen in Bundesland jünger als 60 Jahre und damit der Impfverordnung zufolge nicht für eine altersbedingt bevorzugte Schutzimpfung vorgesehen. Das sind 72,7 Prozent der Bevölkerung.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dringt weiterhin auf große Vorsicht bei Lockerungen der Kontaktbeschränkungen. Andernfalls könne Deutschland in eine große dritte Infektionswelle schlittern. Grund sei die Ausbreitung der neuen Virusvarianten. Wegen der grassierenden Verbreitung der Mutationen verschärfte Deutschland die Regeln für die Einreise und ordnete teils stationäre Grenzkontrollen an. Ab morgen dürfen keine Reisenden aus Tschechien, Tirol in Österreich und der Slowakei mehr nach Deutschland befördert werden.

Merkel sagte im ZDF: „Es hängt jetzt von uns und klugen Öffnungsschritten ab, ob wir ohne eine groß ausgeprägte dritte Welle durch die Pandemie kommen – oder ob wir zu unvorsichtig sind und dann doch vielleicht wieder steigende Fallzahlen haben.“ Die von den Ländern geplanten Öffnungen von Schulen und Kitas seien „ein gewagter Schritt“. Sie sehe die große Bedeutung dieser Bereiche aber auch ein.

Friseure rechnen mit Ansturm

Der Präsident des Landessportbundes Rolf Müller sieht eine bevorzugte Behandlung von Leistungssportlern beim Impfen als „absolut unangebracht“ an. „Solange nicht feststeht, wann Personen mit schweren Lungenerkrankungen, Diabetiker und zum Teil vergessene Risikogruppen wie Menschen mit Behinderung geimpft werden, sollte man hierzu nicht einmal Gedankenspiele anstellen“, sagte der Funktionär nach einer Mitteilung der Organisation. Dies habe die Mehrheit der Athleten „im Gegensatz zu so manchem Sportfunktionär auch erkannt“, betonte Müller.

Die Friseure in Hessen stellen sich zur Wiedereröffnung der Betriebe am 1. März auf eine große Nachfrage ein. „Ich gehe davon aus, dass wir im März und April gut frequentiert sind“, sagte René Hain, Geschäftsführer des Innungsverbandes des Friseurhandwerks. Dies hätten die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr gezeigt, als die Friseure nach dem ersten Lockdown wieder aufgemacht hätten. „Da war der Andrang auch enorm groß.“ dpa/tm

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