Coronavirus

Initiative will Corona-Impftermine zwischen Patienten und Praxen vermitteln

Von 
Sina Roth
Lesedauer: 

Bergstraße. Möglichst schnell einen Impftermin bekommen – das wüschen sich derzeit auch viele impfwillige Bergsträßer. Eine Möglichkeit, dennoch schnell, kostenlos und unkompliziert an einen Termin zu kommen, verspricht die Website www.sofort-impfen.de, die Landrat Christian Engelhardt auch in den jüngsten Corona-Pressekonferenzen beworben hat. Derzeit befindet sie sich jedoch noch in der Testphase, weswegen noch nicht alle Optionen zur Verfügung stehen.

AdUnit urban-intext1

Gerade jetzt, da seit dieser Woche die bislang geltenden Priorisierungsgruppen aufgehoben sind und sich jeder ab 16 Jahren impfen lassen kann, ist der Andrang groß. Dazu kommt, dass durch die für Ende September angekündigte Schließung der Impfzentren die Corona-Impfungen auf lange Sicht in die Arztpraxen verlagert werden. Einen Arzt zu finden, der einen impfen kann, rückt demnach immer mehr in den Fokus. Als eine Art „Tinder für Arztpraxen und Patienten“, hat Landrat Christian Engelhardt die Seite beschrieben, die sich die Redaktion dieser Zeitung daraufhin etwas genauer angeschaut hat.

Die Nutzung ist kostenlos

Die Münchner Organisation selbst, die hinter der Seite steckt, formuliert ihre Ziele und Hintergründe wie folgt: „Mit sofort-impfen.de möchten wir helfen, einen schnellen Zugang zu Covid-19 Impfstoffen zu ermöglichen. Unser Ziel ist, Ärzte und Impfinteressierte zusammenzubringen und zu vermeiden, dass Impfstoff verfällt. Zweck der Plattform ist das schnellere Impfen. Daher werden die Daten ausschließlich für die Vermittlung des Impftermins verwendet und 24 Stunden nachdem der Termin stattgefunden hat automatisch von der Plattform gelöscht. “ Die Nutzung ist kostenlos, heißt es weiter auf der Website.

Die Initiative bestehe aus Menschen unterschiedlicher Fachrichtungen. Alle an dem Projekt Beteiligten arbeiten ehrenamtlich heißt es auf der Website. Es handle sich dabei um eine Non-Profit-Organisation, die sich durch Spenden finanziert. Sie sei Teil des Initiative Update Deutschland und engagiere sich im Innovationsverbund öffentliche Gesundheit.

AdUnit urban-intext2

Und so funktioniert’s: Interessierte – zumindest derzeit erst ab 18 Jahren – können sich unter Angabe der Postleitzahl und der E-Mail-Adresse registrieren. Wie lange es dauert, bis man per E-Mail einen Termin angeboten bekommt, hänge von der Anzahl an verfügbaren Impfstoffen bei den registrierten Ärzten in der näheren Umgebung ab. Der voreingestellte Radius beträgt derzeit fünf Kilometer. Künftig soll es jedoch die Möglichkeit geben, den Radius individuell zu erweitern und eine persönliche „Maximalentfernung“ anzugeben. „Wir befinden uns im Moment noch in der Testphase“, betont das Team auf der Website. „Sobald wir mit den Tests fertig sind und Impftermine in der Umgebung zur Verfügung stehen, schicken wir eine E-Mail mit einem Link zum Profil, auf dem verfügbare Termine inklusive der Art des Impfstoffes zu finden sind.“ Dann solle man alle passenden Termine auswählen. Schnell sein zahlt sich hier aus, denn es gilt das Motto: first come, first served. Das System weise einem anschließend einen der ausgewählten Impftermine zu. „Danach wird der persönliche Buchungscode angezeigt, den der Patient in der Praxis oder im Impfzentrum vorlegen muss. Gleichzeitig wird die Arztpraxis / das Impfzentrum ebenfalls über Deine Buchung informiert.“

Mit der Buchungsbestätigung und allen erforderlichen Dokumenten geht es dann zum vermittelten Arzt zum Impfen. Den Termin für die Zweitimpfung erhalte man übrigens direkt über die Arztpraxis – unabhängig von der Initiative. Generell bestehe auch die Möglichkeit, einen Termin für eine Zweitimpfung über das Portal anzufordern.

AdUnit urban-intext3

Über Daten und Löschung

Allerdings weist das Team darauf hin, dass nicht jeder Arzt gewillt ist, eine Zweitimpfung bei Personen durchzuführen, die nicht bereits zur Erstimpfung bei ihm in der Praxis waren: „Wir empfehlen außerdem dringend, vorher mit dem Hausarzt abzuklären, ob im Falle einer erfolgreichen Vermittlung eine Verkürzung des Impfintervalls aus medizinischer Sicht vertretbar ist.“ Falls man über die Website einen Termin bekommt, solle man aus Gründen der Fairness und dass kein Impfstoff verschwendet wird, den aktuell geplanten Impftermin schnellstmöglich absagen. Die Daten werden nach der Terminvermittlung automatisch gelöscht, so die Angaben der Organisation. Zudem bestehe die Möglichkeit, sich jederzeit selbst von der Warteliste zu löschen.

AdUnit urban-intext4

Auf für Ärzte sei die Registrierung der Praxis oder des Impfzentrum einmalig und kostenlos. So erhalte man Zugang zur persönlichen Terminverwaltung. Diese Option bestehe derzeit bereits. Die weiteren beiden seien jedoch noch in der Entwicklung und gehen in Kürze online. Per E-Mail erhalten die Praxen dann eine Mail, wenn es losgeht. Ebenso steht es mir dem Informieren, sobald ein veröffentlichter Termin bestätigt wurde.

Keine Zahlen zum Kreis

Eine Anfrage dieser Zeitung, wie viele Ärzte im Kreis bereits registriert sind und ab wann alle Funktionen voraussichtlich zur Verfügung stehen, blieb bislang unbeantwortet.