Pandemie - Stadt meldet vereinzelte Proteste / Gestern 57 neue Infektionen und acht Todesfälle im Kreis Bergstraße Impfgegner filmen vor dem Impfzentrum in Darmstadt

Von 
dpa/tm
Lesedauer: 

Berlin/Wiesbaden/Bergstraße. Im Kreis Bergstraße sind gestern 57 neue Corona-Infektionen bekannt geworden. Acht weitere Todesfälle wurden gemeldet, darunter drei aus Bensheim, zwei aus Lindenfels und einer aus Lorsch. Bisher sind damit im Kreis 215 Menschen der Pandemie zum Opfer gefallen. Wie das Landratsamt weiter berichtete, sind seit dem Ausbruch der Epidemie 6336 Infektionsfälle registriert worden. Die neuen Fälle stammen unter anderem aus Bensheim (7), Einhausen (4), Heppenheim (8), Lautertal und Lorsch (2). Zu den von Infektionen betroffenen Einrichtungen zählt ein Pflegeheim in Bensheim.

AdUnit urban-intext1

Dem Kreis sind aktuell 753 Infizierte bekannt. In den Bergsträßer Krankenhäusern werden 62 Patienten behandelt. Darunter sind 52 mit einer festgestellten Infektion. Beim Rest liegt ein Verdacht auf eine Corona-Erkrankung vor. Wie aus der Mitteilung aus dem Landratsamt weiter hervorgeht, gab es 363 Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage, was einer Quote von 133,89 Infektionen pro 100 000 Einwohnern (Inzidenz) entspricht. Dieser Wert wird heute auf 128 sinken, da die Fallzahlen gestern unter denen der Vorwoche (74) lagen.

Laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind im Kreis von 41 verfügbaren Intensivbetten in den Kliniken 38 belegt – davon acht mit an Covid-19 infizierten Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen; zwei von ihnen müssen invasiv beatmet werden.

Impfbus im Test

Vor dem zentralen Impfzentrum in Darmstadt tauchen nach einer Mitteilung der Stadt vereinzelt Impfgegner auf, die dort filmten und auch versuchten, Mitarbeiter und Besucher einzuschüchtern. Der Sicherheitsdienst und die Landespolizei hätten die Lage im Griff, doch die Entwicklung gebe zur Sorge Anlass, so Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne). Das Verhalten sei „unverantwortlich gegenüber der Gesundheitssituation älterer Menschen und eine Anmaßung für die enorm schwierige und belastende Situation für die Kinder, Jugendlichen und Eltern und die von massiven Schäden betroffene Wirtschaft.“

AdUnit urban-intext2

Das Impfzentrum hat damit begonnen, einen umgebauten Bus als sogenannten Impfbus zu testen. Dieser soll nach Abschluss der Arbeiten über eine oder zwei Impfkabinen verfügen und eine weitere Variante für das mobile Impfen außerhalb des Impfzentrums darstellen. „Noch gibt es keine endgültige Entscheidung darüber, wie und wo der Bus dann konkret eingesetzt werden könnte“, sagte Partsch. Vorstellbar erscheine das Anfahren größerer Einrichtungen, um die Abläufe zu beschleunigen. Allerdings sei derzeit nicht genug Impfstoff verfügbar.

1143 weitere Infektionen sind laut dem Robert-Koch-Institut gestern in Hessen registriert worden. Die Gesamtzahl der Fälle stieg damit auf 167 595 (Stand: 0 Uhr). 4577 Todesfälle werden mit dem Erreger in Verbindung gebracht, das sind 83 mehr als am Vortag.

AdUnit urban-intext3

Die Landesregierung wird heute über die nächsten Schritte für die Schutzimpfungen berichten. In der nächsten Woche sollen wieder Termine für Senioren über 80 Jahre vereinbart werden können. Ab dem 9. Februar sollen alle 28 Impfzentren geöffnet sein. Bislang haben fast 109 000 Hessen ihre Erstimpfung und mehr als 32 500 Bürger bereits die Zweitimpfung erhalten. dpa/tm