AdUnit Billboard
Pandemie

Impf-Termine richtig absagen

Von 
Konrad Bülow
Lesedauer: 
Das Impfzentrum: Nicht benötigte Termine sollen im Vorfeld durch die Löschung der Registrierung abgesagt werden. © Funck

Bergstraße. Wer einen Corona-Impftermin gebucht hat, ihn aber nicht mehr braucht, weil er in der Zwischenzeit schon woanders Injektionen bekommen hat, sollte seine vollständige Registrierung löschen. Storniert derjenige nur die Termine, wird er immer wieder neue Vorschläge für Besuche im Impfzentrum erhalten. Das geht aus der Antwort des hessischen Innenministeriums auf eine Frage dieser Zeitung vor.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Impfzentren wie jenes im Kreis Bergstraße bieten seit einiger Zeit bei verschiedenen Gelegenheiten Sonder-Impfaktionen an, bei denen sich auch Menschen versorgen lassen können, die zuvor noch keinen Termin hatten – oder aber einen, der weiter in der Zukunft liegt. Oft ergeben sich auch kurzfristig Möglichkeiten, sich beim Hausarzt impfen zu lassen.

Wiederholter Appell des Landes

Das Land Hessen hat wiederholt appelliert, nicht genutzte Termine abzusagen. Dies sei wichtig für die Logistik und Organisation der Impfzentren. Nur so könnten die Termine schnellstmöglich an andere registrierte Bürger vergeben werden, die noch geduldig auf ihre Schutzimpfung warten. Wenn jedoch ein Termin nur storniert wird, „wird im System festgehalten, dass keine Impfung erfolgt ist und somit neue Termine generiert und versendet werden müssen“, heißt es von der Pressestelle des Innenministeriums. Das sei der Grund, warum die Löschung der ganzen Registrierung nötig ist. Sie sei „mit wenigen Klicks oder einem Anruf im Call-Center“ schnell erledigt. Telefonische Registrierungen müssen auf demselben Weg gelöscht werden, während per Internet erfolgte auch online über das Benutzerkonto wieder gelöscht werden müssen – bei Bedarf mithilfe des Call-Centers.

Dass die Absage von Terminen allerdings nicht immer ganz unproblematisch ist und zu Irrungen und Wirrungen führen kann, hat der Heppenheimer Franz Stumpf erkennen müssen. Er hatte zwei Termine mit Biontech gebucht, einen für Mitte Mai, den anderen Ende Juni. Dann bekam er aber die Möglichkeit, sich über eine Sonderaktion mit Astra-Zeneca impfen zu lassen.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Der erste Sondertermin stand schon am 8. Mai an, Stumpf nahm ihn wahr. Er habe noch am nächsten Tag seine Biontech-Termine abgesagt, berichtet er – und das, obwohl der zweite Impftermin erst drei Monate nach dem ersten anstand, so wie es zu jener Zeit für Astra-Zeneca vorgegeben war. Eine frühere Zweitimpfung lehnte das Bergsträßer Impfzentrum mit Verweis auf die Landesstrategie ab.

Bald darauf erhielt Stumpf jedoch trotz der Stornierung ein neues Angebot mit zwei Impfterminen – wieder mit Astra-Zeneca, dieses Mal für den 7. Juli und den 9. September. Dazwischen liegen neun Wochen. Die Frist zwischen den beiden Impfungen war seitens des Landes mittlerweile verkürzt worden. Die neuen Impftermine liefen immer noch unter demselben Registrierungscode wie die beiden stornierten mit Biontech, erläuterte der Impfwillige.

Letztlich holte sich Stumpf am 7. Juli, der vom Buchungssystem als Tag für die erste Astra-Zeneca-Injektion vorgesehen war, seine zweite Dosis ab – dieses Mal als Teil einer Kreuzimpfung mit Biontech. Das war lange vor dem avisierten zweiten Astra-Zeneca-Termin, aber auch eine gute Woche nach seinem ursprünglichen Zweittermin mit Biontech. Dieser „Kuddelmuddel“ störe ihn gewaltig, bekennt der Heppenheimer. Er fürchtet auch, dass die Behörden auf diese Weise keinen Überblick darüber haben, wie viele Menschen denn nun tatsächlich geimpft sind, und, dass Impfstoff verfällt. Stumpf geht auch davon aus, bei der Absage des Termins alles richtig gemacht zu haben. Mitarbeiter des Impfterminservice hätten ihn am Telefon Schritt für Schritt geleitet. Trotzdem seien die neuen Terminvorschläge gekommen.

Der Impfstoff, der aufgrund kurzfristig nicht wahrgenommener Termine vorbereitet wurde, verfalle nicht, versichert zumindest das Hessische Innenministerium. Mithilfe von Nachrückerlisten, „maßvollen Überbuchungen“ bei den Terminen sowie den Sonderimpfterminen werde der nicht in Anspruch genommene Impfstoff verbraucht.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Mittlerweile biete das Land den Bürgern zusätzlich kurzfristige Impftermine an. Je nach Verfügbarkeit können Impfwillige mittlerweile einen Impftermin innerhalb von vier Tagen erhalten.

Es handelt sich um Termine, bei denen nicht mehr genug Zeit blieb, um sie an Personen auf der Warteliste zu vergeben. Auf impfterminservice.hessen.de werden demnach solche Termine in den einzelnen Impfzentren angezeigt und können dort gebucht werden.

Info: Informationen zum Löschen von Impfregistrierungen gibt es unter corona-impfung.hessen.de/faq/ablauf-der-anmeldung.

Redaktion Redakteur für das Ressort Lautertal/Lindenfels, Autor im Ressort Region. Bei Bedarf Unterstützer im Lokalsport

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1