Lieblingsplatz - Mit dem alten Friedhof verbindet der Kandidat Ruhe und Kindheitserinnerungen Gleich schätzt das Gespräch mit Bürgern

Von 
Petra Schäfer
Lesedauer: 
Alter Friedhof: Lieblingsort des SPD-Bürgermeisterkandidaten Ewald Gleich in Biblis. © Nix/sm

Biblis. Auf die Frage nach seinem Lieblingsort antwortet Ewald Gleich sofort: „Das ist der alte Friedhof.“ Er schätzt diese Grünanlage. „Es ist ein Ort der Ruhe.“ Auch wenn die Bahnlinie daran entlang führt, wie er anfügt. Die alten Bäume, die der Anlage einen parkähnlichen Charakter verleihen, schätzt er besonders. „Ich komme mindestens ein- bis zweimal in der Woche hierher – meistens in den Abendstunden.“

AdUnit urban-intext1

Da auch andere Bibliser gern mal durch die Grünanlage laufen, sei dies durchaus auch ein Ort, an dem man miteinander ins Gespräch komme. Dann sind da noch die Erinnerungen an seine Kindheits- und Jugendtage, die er auch mit diesem Teil von Biblis verbindet. Denn auf dem alten Friedhof sind Familienmitglieder bestattet worden. Heute gibt es hier keine Beerdigungen mehr. Mit Blick auf das große Kreuz mitten auf dem Weg sagt Gleich: „Ich bin Katholik, und da die meisten Kirchen inzwischen tagsüber verschlossen sind, bin ich eben hier.“

Zwischendurch mal entspannen – bei seinem Arbeitspensum nicht immer einfach. Der 62-Jährige ist als Gemeindekrankenpfleger der Diakoniestation Bensheim tätig. „Das ist ein schöner Job, der mich erfüllt und bei dem ich Menschen Gutes tun kann.“ Seit Jahrzehnten ist er nun im Dienst. Zwölf Tage am Stück im Früh- und Spätdienst, dann zwei Tage frei. Da wird es schwierig mit Hobbys. Früher war er bei der DLRG und TG. „Wenn ich im Verein Mitglied bin, möchte ich auch aktiv sein.“ Doch in der Freizeit Arbeitseinsätze für den Verein zu übernehmen, sei bei seinem beruflichen Dienstplan kaum machbar. „Bleibt die passive Mitgliedschaft bei der Feuerwehr, das geht natürlich.“ Außerdem wartet seine Familie auf ihn: fünf Kinder und die Enkelkinder.

Eines ist Ewald Gleich seit Jahrzehnten trotz knapper Freizeit stets ein Anliegen: Sein kommunalpolitisches Engagement in der Gemeinde, in der er aufgewachsen ist und heute noch lebt. Zunächst begann er seine politische Laufbahn beim Bibliser Bürgerforum, später wechselte er zur SPD. Er ist Vorsitzender der örtlichen Sozialdemokraten und Fraktionsmitglied in der Gemeindevertretung. Nun tritt er zum zweiten Mal zur Bürgermeisterwahl an. Für die Zukunftssicherung sei ein Blick auf die Finanzen unerlässlich, betont er. „Wir müssen weitermachen mit der Haushaltskonsolidierung.“ Mit den großen Steuereinnahmen sei es mit der Abschaltung des Atomkraftwerks vorbei.

AdUnit urban-intext2

„In den letzten sechs Jahren hat Bürgermeister Felix Kusicka einiges erreicht“, erkennt Gleich an. „Beim Stadtumbau zum Beispiel. Aber es ist auch viel liegengeblieben, etwa bei der Verkehrssicherheit und, was die Sauberkeit von Anlagen betrifft.“ Der 62-Jährige verweist auf seine Forderung nach einer Trittkantenmarkierung im Bürgerzentrum, um auf Stolperfallen in öffentlichen Gebäuden aufmerksam zu machen. „Erst nachdem eine Frau im Bürgerzentrum gestürzt war, wurde mein Anliegen innerhalb einer Woche umgesetzt.“

„Auf dem alten Friedhof haben sich Gehwegplatten gelöst, da sind zum Teil Löcher auf dem Weg“, nennt er ein weiteres Beispiel. An der Unterführung beim Bahnhof sollten seiner Meinung nach die Mitarbeiter des örtlichen Ordnungsamtes mehr Präsenz zeigen. „Da fahren die Radfahrer durch, obwohl sie ihr Rad schieben müssten. Wenn man sie darauf anspricht, bekommt man dumme Antworten.“

AdUnit urban-intext3

Diese Probleme habe er bei der Verwaltung mehrmals angesprochen, ohne das sich etwas geändert habe. „Vielleicht vergessen“, meint Gleich.

Gemeinsam Lösung finden

AdUnit urban-intext4

„Da ist einiges schiefgelaufen, und wir müssen uns an die eigene Nase fassen“, macht Gleich deutlich. „Eine Steinbrecheranlage kann dort auf keinen Fall eine Genehmigung erhalten.“ Es müssten „zielorientierte Gespräche“ geführt werden, um einen anderen Standort zu finden. „Den Knoten lösen und eine bessere Lösung finden“, ist seine Zielsetzung. Mit den Bürgern zu reden und ihnen zuzuhören, das ist Gleich wichtig. /sm

Redaktion Redakteurin Südhessen Morgen