Wegzeichen - Eine Mitmachaktion verbreitet sich spontan über Grenzen hinweg Gemalte Regenbögen als bunte Hoffnungszeichen

Von 
Markus Bissinger
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Von Kindern gemalte bunte Regenbogenbilder als Hoffnungszeichen, in schweren Zeiten. © Bissinger

Ein Regenbogen in vielen Farben an der Haustür, im Fenster oder mit Straßenkreide auf dem Gehweg: Eine Mitmach-Aktion verbreitet sich spontan über Grenzen hinweg und werden auch über Facebook oder Instagram verbreitet. Kinder malen bunte Regenbogen und setzen nach außen hin ein Zeichen der Hoffnung. Vorlagen, die über soziale Medien verbreitet werden, werden farbenfroh ausgemalt und aufgehängt. Wegen des Coronavirus sind Kindergärten, Schulen und Spielplätze geschlossen. Kinder leiden darunter. Sie können oft nicht erstehen, warum sie nur noch zuhause bleiben sollen und nicht mehr mit ihren Freunden spielen dürfen. Das selbstgemalte Plakat soll Gleichaltrigen zeigen, ich bleibe zuhause und stehe dazu. Beim Spaziergang entdecken sie andere Regenbogen und sehen, sie tun das nicht alleine. Angefangen mit der Regenbogen-Aktion haben Kinder in Italien. Sie verbreitete sich umgehend auch in Spanien, seit dem Kontaktverbot in Deutschland auch stark in unserer Region. Die Kinder in Italien begannen unter ihre gemalten Regenbogen „Io non esco!“ zu schreiben, was übersetzt „Ich bleibe Zuhause!“ bedeutet. Die Idee als Ansporn für andere wurde bei uns übernommen. Ebenso der Hinweis, der Jung und Alt Mut machen soll: Über den italienischen Bildern steht „Andrà tutto bene“. So strahlt auch auf deutschen Malvorlagen eine Sonne neben den Worten „Alles wird gut“. Die künstlerischen Werke beziehen sich auf eine biblische Geschichte, der Erzählung von der Arche Noah. Alles wird überschwemmt, nur die Menschen und Tiere, die über 40 Tage zusammengepfercht ihren Schutz in der Arche suchten, überleben. Am Ende zeigt sich ein Regenbogen als Zeichen für Hoffnung und Zuversicht. Er leuchtet als Bild des Bundes zwischen Gott und den Menschen. Gott sagt zu, dass die Erde wie durch die Sintflut nicht mehr vernichtet wird.

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Innerhalb der Corona-Krise verbreiten sich viele negative Stimmungen, oft auch durch Fake-News genährt und verbreitet. Manche sehen die Welt bereits untergehen. Gegen solche Haltungen hängen Regenbogenbilder. Sie plädieren für die christlich begründete Hoffnung und Gewissheit, dass auch die aktuelle Krise einmal vorbei sein wird und die Menschen die schwere Zeit überstehen werden. Gott hat - wie inzwischen manche behaupten- die Pandemie nicht als Strafe geschickt, wehren sich bereits die Verantwortlichen der großen Kirchen. Sie verweisen vielmehr darauf, Gott will in der schweren Situation bei den Menschen sein und helfen, alles zu überstehen.

Solidarisch zu sein und damit auf sich selbst und andere zu achten, trotz körperlichen Abstands mehr zusammenzurücken, könnten positive Entwicklungen innerhalb der aktuellen Krise sein. An deren Ende wird vieles sicher anders sein, als es vorher war. Aber, so bringen es die Regenbogenbilder auf den Punkt: Es wird gut sein.

Freie Autorenschaft Rubrik "Wegzeichen" in der Wochenendbeilage. Berichte zu den Themen Soziales, Gesellschaft und Kirche.