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Hochwasserhilfe I - Der Verband „Christen an der Bergstraße“ organisierte eine groß angelegte Sammelaktion für die Menschen im Katastrophengebiet

Gaskocher und vieles mehr für Flutopfer

Von 
red
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Große Hilfsbereitschaft zeigten die Bürger im Kreis bei der vom Verband Christen an der Bergstraße organisierten Sammelaktion für die Flutopfer. © Neu

Bergstraße. Der Verband Christen an der Bergstraße konnte am vergangenen Wochenende einen Kontakt ins Hochwasser-Katastrophengebiet nach Bad Breisig herstellen. Die dortige Ortsgemeinde hatte eine provisorische Versorgung in die am schlimmsten betroffenen Regionen der Umgebung gestartet, da die Hilfe von Bund und Ländern zunächst eine Anlaufzeit benötigte. Zu diesem Zweck sammelten sie und nannten zunächst vor allem Wasser, Babynahrung, Windeln sowie Hygieneartikel als primäre Notwendigkeit, da es zunächst einmal darum ginge, das Überleben der Menschen zu sichern.

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Durch diesen Kontakt und die konkrete „Wunschliste“ ermutigt, startete der Verband Christen an der Bergstraße, welcher sich aus fünf freien evangelischen Gemeinden an der Bergstraße zusammensetzt, am Dienstag und Mittwoch eine Sammelaktion. An beiden Tagen konnten die konkret aufgelisteten Sachspenden von 13 bis 16 Uhr in der Lilientalstraße 3 in Bensheim abgegeben werden.

Fleißiges Helferteam

„Die Aktion wurde zunächst über die Verteiler der Kirchengemeinden bekannt gemacht und verbreitete sich rasend schnell auf den sozialen Kanälen. Auch größere Einrichtungen, Geschäfte, Praxen und sogar der Landrat warben für die Aktion“, schreibt der Verband in einer Pressemitteilung. Obwohl nur sehr kurzfristig Werbung gemacht werden konnte, lediglich einen Tag vorher, habe sich zudem ein eifriges, freiwilliges Helferteam zusammengefunden.

An beiden Tagen habe man einen großen Zuspruch verzeichnet. Viele Fahrzeuge fuhren an der Ladestation vor, es wurde die Anlieferung unglaublich vieler Waren in großen Mengen abgewickelt, die den großen Gemeindesaal der Freien evangelischen Gemeinschaft in der Lilientalstraße langsam füllten.

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„Manche Familien hatten ihren kleinen Familientransporter bis unter das Dach beladen, andere Menschen fuhren mit ihrem Fahrrad viele Kilometer, um rechtzeitig eine Sachspende abliefern zu können. Viele Menschen schoben den Abgabetermin zwischen ihre Arbeitszeiten oder opferten ihre Freizeit und ihr Budget, um die Aktion zu unterstützen“, berichtet der Verband. Eine Physiopraxis habe sogar ein Fahrzeug voller Waren vorbeigeracht, die sie mit ihren Kunden gesammelt hatten. Manche Besucher seien auch spontan zum Helfen vor Ort geblieben.

Auch Firmen beteiligen sich

Auch einige Bensheimer Firmen hätten die Aktion unterstützt. Am Drogeriemarkt DM in Bensheim habe mit Flyern werben dürfen. Kunden konnten Waren von der Liste einkaufen und sie in die bereitgestellten Einkaufswagen legen. Auch eine Lagerfläche für größere Mengen Hilfsgüter wurde zur Verfügung gestellt und das Mitarbeiterteam habe so manchen Wagen voller Einkäufe persönlich zum Anhänger gebracht. „Innerhalb von vier Stunden kamen so Sachspenden zusammen, die einen mittleren Autoanhänger mit Plane befüllten. Die Apotheke in Alsbach erfuhr bei einem größeren dreistelligen Betrag an der Kasse, der für Medikamente entstanden war, von der Aktion und spendete spontan die gesamte Lieferung“, berichten die „Christen an der Bergstraße“.

Am Mittwochmorgen wurde noch einmal Rücksprache mit der Einsatzleiterin aus Bad Breisig gehalten. „Können wir noch irgendetwas Konkretes sammeln?“, fragte die Koordinatorin für die Sammlung am Telefon.„Ihr Angebot ist für die Menschen hier wie Weihnachten“, antwortete die behördliche Mitarbeiterin in Bad Breisig. „Wir haben noch ganze Straßenzüge ohne Campingkocher und vor allem Gaskartuschen. Wenn Sie einige liefern könnten, wäre das für uns das Allergrößte.“ Über die Zeitung konnte der Bedarf nach Gaskochern noch öffentlich kommuniziert werden, so dass schließlich am späten Nachmittag das erste Transportfahrzeug mit 39 Campingkochern und Hunderten von Gaskartuschen den Hof Richtung Bad Breisig verließ.

„Obwohl der Obi-Baumarkt in Bensheim die Regale schon aus Eigeninitiative für Fluthilfe geräumt hatte, hat auch das Unternehmen noch eine großzügige Spende an Gaskochern gewährt. Zudem gab Kellgas für weitere Kartuschen Rabatt, um den Kochern auch eine lange Brenndauer zu gewähren“, schreibt der Verband.

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Insbesondere die Gaskocher und Kartuschen seien im Verteilerzentrum in Bad Breisig mit großer Freude aufgenommen worden.

Das Helferteam in Bensheim sei indessen sehr flexibel aufgestellt. gewesen. Kunden wurden begrüßt und registriert, Waren wurden angenommen und nach Themen sortiert. Zu einem festen Organisationsteam gesellte sich am zweiten Tag ein Logistikfachmann, um die Waren zu listen und mit einem mobilen Drucker für die Fahrzeuge bereitzustellen. Besonders die vielen spontanen Helfer am zweiten Tag sortierten die Spenden in Boxen, verpackten und beschrifteten sie für den Transport. „Viele Hände machten das fast Unmögliche in kürzester Zeit möglich“, freuten sich die Organisatoren.

Am Dienstag und Mittwoch habe man insgesamt fünf Fahrzeuge, teilweise Transporter mit großen Anhängern, befüllen und direkt in das Krisengebiet senden können.

Ein besonders großer, zweiachsiger Anhänger fand zunächst keinen Fahrer, aber als besonderes Bonbon erklärten sich spontan „The Real Life Guys“, die in Alsbach verwurzelt sind, dazu bereit, nicht nur den Anhänger zu fahren, sondern auch noch sämtliche Waren, die bisher nicht verladen werden konnten, in ihren Bus zu verfrachten und mitzunehmen. Am Mittwoch um 15 Uhr wurden damit die letzten Waren aus der Spendensammlung in Bad Breisig abgeliefert. red

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