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Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank setzt auf Gleichaltrige im Kampf gegen Extremismus

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dpa/lhe
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Frankfurt. Aufmerken und aktiv werden, ehe es zu spät ist - darauf setzt die Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank, wenn es um Radikalisierung und Engagement gegen eine Verstrickung junger Menschen in extremistische Kreise geht. Dabei hält Meron Mendel, der Direktor der Bildungsstätte, die Arbeit an der Schnittstelle zwischen realer und digitaler Welt für besonders wichtig.

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"Strategie ist, im Netz aktiv zu sein, die Medienkompetenz der Jugendlichen zu stärken und sie zu immunisieren gegen Menschen, die sie versuchen, im Netz zu "fangen" und zu radikalisieren", sagte Mendel der Deutschen Presse-Agentur. "Gleichzeitig ist die Arbeit vor Ort wichtig, in Schulen, aber auch im außerschulischen Bereich, seien es Jugendclubs, seien es Moscheegemeinden."

Das Augenmerk richtet sich sowohl auf Rechtsextremismus als auch auf Islamismus. Mit der Entwicklung der App "Hidden Codes", die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde, setzt die Bildungsstätte an der erwähnten Schnittstelle zwischen dem echten und dem virtuellen Leben an, denn in simulierter Social-Media-Umgebung geht es um Chats und versteckte Signale und Verhaltensmuster, die Anzeichen für die Radikalisierung eines Mitschülers oder einer Jugendlichen sein können.

Die Rolle und den Einfluss Gleichaltriger für durch Radikalisierung gefährdete junge Menschen hält Mendel für einen besonders wichtigen Aspekt. Die Bildungsstätte bildet daher junge Leute als "Demokratie-Trainer" aus, die Workshops an ihren Schulen durchführen. Die Demokratie-Trainer seien in der Regel zwei bis fünf Jahre älter als die Gruppe, mit der sie arbeiten. "Sie sprechen noch die gleiche Sprache, sie tragen die gleichen Klamotten - sie sind eher wie ein älterer Bruder oder eine ältere Schwester."

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Frühe Warnzeichen für eine Radikalisierung können ganz unterschiedlich aussehen, so Mendel. "Bei einigen findet ein Rückzug statt, andere versuchen, in ihrer Umgebung zu agitieren. Es kann auch mit Symbolik verbunden sein, Code-Begriffen oder bestimmter Kleidung oder Musik der Szene." Für besonders gefährlich hält der Pädagoge, wenn Vertreter der Popkultur oder HipHop-Szene Theorien verbreiten, die Verschwörungstheorien fördern oder Gedankengut, das eine Radikalisierung vorantreiben kann: "Das öffnet Tür und Tor zu einer großen Zielgruppe."

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