"Es begann mit Worten" - Kampagne gegen Hassrede

Von 
dpa
Lesedauer: 

Frankfurt / New York. Mit einer Kampagne gegen Hassrede erinnert die Claims Conference, die sich für die Durchsetzung von Ansprüchen von Holocaust-Überlebenden einsetzt, dass Hasspropaganda im nationalsozialistischen Deutschland dem Massenmord an den Europäischen Juden vorausging. Zum Holocaust-Gedenktag YomHaSchoah, der in diesem Jahr auf den 8. April fällt, soll die digitale Kampagne "It started with words" (Es begann mit Worten) deutlich machen, dass der Holocaust nicht aus dem Nichts kam.

AdUnit urban-intext1

"Man wacht nicht eines Morgens auf und beschließt, sich an einem Massenmord zu beteiligen", sagte Greg Schneider, der Vizepräsident der Claims Conference in einer Stellungnahme. "Hassreden, Propaganda, Antisemitismus und Rassismus waren die Wurzeln, die im Völkermord gipfelten."

Unter den Zeitzeugen aus aller Welt, die in Video-Statements von ihren Erlebnissen berichten, ist auch die in Frankfurt lebende Eva Szepesi. "Die Schoah begann nicht mit Auschwitz", sagte Szepesi, die im Alter von zwölf Jahren in das deutsche Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurde. Ihre Eltern und ihr jüngerer Bruder wurden dort ermordet. "Es begann für mich mit acht Jahren. Ich konnte nicht verstehen, dass meine besten Freunde mir böse Worte zuriefen."

"Mehr als jemals zuvor finden Worte des Hasses durch die Echoräume der sozialen Medien eine ungehemmte und oft auch unwidersprochene Verbreitung", betonte Rüdiger Mahlo, der Repräsentant der Claims Conference in Deutschland. "Niemals dürfen wir die Macht der Worte unterschätzen und müssen uns ihrer Folgen bewusst sein."

AdUnit urban-intext2

Mehr zum Thema

Newsticker

Alle Meldungen zur Bergstraße (Bergsträßer Anzeiger)

Mehr erfahren