Soziales

Ein Fest als Dank an Bergsträßer Pflegefamilien

Entspannte Stimmung bei der Veranstaltung im Naturschutzzentrum Bergstraße

Von 
red
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Bergstraße. Um sich bei den 13 Bereitschafts- und 122 Dauerpflegeeltern des Kreises für ihr Engagement zu bedanken, fand wieder ein Pflegefamilienfest statt. Der Einladung waren rund 40 Pflegeeltern mit insgesamt 90 Kindern (Pflege- beziehungsweise leibliche Kinder) gefolgt.

Zahlreiche Programmpunkte wie das Kinderschminken sorgten für strahlende Gesichter beim Pflegefamilienfest des Kreises. © Kreis

Obwohl viele Pflegekinder einen schwierigen Start ins Leben hatten, spielten alle jungen Gäste harmonisch und ausgelassen miteinander. Denn auch im zwölften Jahr stellte das Team des Pflegekinderdienstes wieder ein vielfältiges Programm auf die Beine: Bei Aktivitäten von Ballspielen über Schminkaktionen bis hin zu einem Kettcar-Parcours kam auf dem großzügigen Gelände des Naturschutzzentrums Bensheim keine Langeweile auf.

Bevor ein Kind im Auftrag der leiblichen Eltern und des Jugendamtes in eine Dauerpflegefamilie aufgenommen wird, lebt es in der Regel in einer Bereitschaftspflegefamilie. Das Fest bot den Kindern auch den Rahmen, um in zwangloser Atmosphäre ihre ehemaligen Bezugspersonen aus dieser Zeit wiederzusehen. Dank der sieben Kinderbetreuer konnten sich die Erwachsenen in Ruhe austauschen und vernetzen. Gerade in den mitunter schwierigen Erziehungssituationen gibt es den Pflegeeltern ein gutes Gefühl zu wissen, dass man nicht alleine ist, es anderen genauso geht und man von den Erfahrungen der anderen profitieren kann. Für das leibliche Wohl sorgte ein reichhaltiges Kuchenbuffet, frisch gebackener Flammkuchen und feine Suppen. Natürlich durfte auch dieses Jahr das beliebte Stockbrot über dem Lagerfeuer nicht fehlen.

Der Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf und der Teamleiter des neunköpfigen Pflegekinderdienstes Matthias Edel lobten die Erziehungsleistung, die die Pflegeeltern täglich erbringen. „Die Pflegekinder werden in den Familien so angenommen wie sie sind. Die Pflegeeltern geben ihren Schützlingen Liebe und erfüllen ihre Bedürfnisse, zum Beispiel mit einem gut strukturierten Alltag, wie ihn die Kinder oft zuvor nicht erlebt haben“, lobte Schimpf.

Dass sich die Mühe auszahlt, illustrierte Matthias Edel am Beispiel eines Jugendlichen, der seine Pflegefamilie spontan verlassen wollte. Als er mit dem Koffer in der Hand im Begriff war, die Wohnung zu verlassen und seinen Pflegevater mit Tränen in den Augen sah, erkannte er, dass er seinen Pflegeeltern wirklich etwas bedeutet und blieb.

Das Jugendamt des Kreises hat einen stetigen Bedarf an neuen Pflegestellen. Eine Familie, die für eine gewisse Zeit oder auf Dauer ein Pflegekind aufnehmen möchte, sollte stabil und belastbar sein. Trotz der Herausforderungen bringt das „Abenteuer Pflegefamilie“ auch viel Spaß und Freude mit sich. Denn: Die Pflegeeltern erleben bei jedem Entwicklungsschritt viele kleine Glücksmomente. Auf diese Weise ebnen sie ihren Schützlingen den Weg in ein selbstbestimmtes und chancenreiches Leben.

Die Fachkräfte des Jugendamtes bereiten interessierte Familien gut auf diese Aufgabe vor und begleiten sie dauerhaft. Gesucht werden Familien, Paare und Alleinstehende, die bereit sind, als Pflegestelle wertschätzend mit dem Jugendamt und der Herkunftsfamilie zusammen zu arbeiten. Im ersten Schritt bekommen die Interessenten einen Link zu einem Informationsvideo zugeschickt, das die grundlegenden Rahmenbedingungen erläutert und die Präsenzveranstaltung der Vorjahre ersetzt. Anschließend wird in einem persönlichen Gespräch die Motivation der Bewerberinnen und Bewerber reflektiert und das weitere Einschätzungsverfahren erläutert. red

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