Kommunal- und Landratswahl - Marius Schmidt, Karsten Krug, Karin Hartmann und Philipp Ofenloch über Bildung, den Wohnungsmarkt, Klimaschutz im Kreis und mehr Die SPD sorgt sich um den Erhalt der kulturellen Vielfalt

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Sina Roth
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Bergstraße. Die Möglichkeit zur Briefwahl wahrnehmen – mit diesem Hinweis startete Marius Schmidt, Vorsitzende der SPD-Bergstraße, die Online-Gesprächsrunde mit seinen Parteikollegen Karsten Krug, Karin Hartmann und Philipp Ofenloch, anlässlich der Kommunal- und Landratswahl.

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„Angesichts der 71 Stimmen, die man vergeben kann, ist es aktuell nicht nur der bequemste, sondern auch sicherste Weg, zu wählen“, erklärt Schmidt. In Lampertheim zeichne sich mit 20 Prozent mehr Briefwählern als bei der gesamten Kommunalwahl 2016 bereits ein Trend ab. Die SPD gehe mit einer Kandidatenliste an den Start, in der alle gesellschaftlichen Bereiche und Interessensgruppen vertreten seien. „Wichtig war uns auch die regionale Abdeckung und dass Männer und Frauen gleichermaßen vertreten sind.“ Das Herzstück des Wahlprogramms – Sozialpolitik für alle: „Wir wollen eng mit Institutionen, der Liga der freien Wohlfahrtsverbände und Vereinen zusammenarbeiten.

„Global denken, lokal handeln“

Um die Organisation zu erleichtern, fordern wir eine ganzheitliche Sozialplanung, eine Sozialkonferenz und dass alle sozialen Angelegenheiten in einem Dezernat zusammengeführt werden.“ Wichtig sei außerdem das Thema Wohnen, „um all diejenigen zu unterstützen, die auf Wohnungssuche sind.“ Geplant sei vor allem eine kreisweit agierende Wohnungsbaugesellschaft, dass Leerstände ausgenutzt werden und auch in Zeiten der Krise keiner seine Wohnung verlieren muss. Für die Senioren im Kreis sei vor allem wichtig zu wissen, wie sie die angekündigten Impftaxis in Anspruch nehmen können – dazu fehlen aktuell noch Informationen.

Kreisbeigeordneter und Landratskandidat Karsten Krug betonte die Notwendigkeit, die Kulturszene an der Bergstraße zu fördern, um die kulturelle Vielfalt zu erhalten. Möglich sei dies beispielsweise im Bereich der kulturellen Jugendarbeit. „Ich kann mir auch vorstellen, einen Kulturpreis – ähnlich des Umweltpreises – ins Leben zu rufen, der alle zwei Jahre an besonders innovative Projekte vergeben wird.“ Außerdem liege ihm die Umweltbildung am Herzen. „Als Kreis müssen wir unseren Teil zur Klimawende einbringen, dafür aber auch Informationen bereitstellen – durch Kampagnen und Aktionen.“ Und gerade in Zeiten der Coronakrise merke man, dass sich die Menschen noch mehr für die Natur und Umwelt vor Ort interessieren. „Ich freue mich sehr, dass so viele Kommunen daran interessiert sind, im Sommer dem Landschaftspflegeverband beizutreten“, der aus der Biodiversitätskonferenz hervorgeht.

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„Beim Klimaschutz gilt für uns: global denken und lokal handeln“, so Philipp Ofenloch, stellvertretender Vorsitzender der SPD Bergstraße. „Unsere Vision ist ein energieautonomer Kreis im Jahr 2030.“ Klar, das sei anspruchsvoll, doch man brauche anspruchsvolle Ziele, betonte Ofenloch. Geplant sei unter anderem, vermehrt auf Photovoltaik zu setzen und den ÖPNV brennstofffrei zu betreiben. Ein weiterer wichtiger Punkt sei es, den Jugendlichen, Arbeitnehmern und körperlich oder geistig beeinträchtigten Menschen im Kreis verstärkt die Möglichkeit zu geben, sich zu beteiligen – in Form von Beiräten, die den Politikern im Kreis Impulse geben können. Die Landtagsabgeordnete Karin Hartmann betonte, dass der Kreis und das Land im Bereich Bildung enger miteinander zusammenarbeiten sollten. „Wir stehen für eine gute Bildung, die kein Kind zurücklässt. Digitalisierung sehen wir als Voraussetzung dafür.“ Die Mittel des Digitalpaktes seien zu spät genutzt worden, nicht alle technisch entsprechend ausgestattet. „Besonders wichtig, gerade in Erinnerung an die Opfer des Terrorattentates in Hanau, ist, dass Demokratiebildung mehr in den Fokus gestellt wird.“ Dazu komme, dass alle Schüler bald die Chance auf Wechselunterricht bekommen sollten. „Wichtig ist vor allem Planungssicherheit, und zwar bis zu den Sommerferien.“ Planen und die Pläne im Bedarfsfall anpassen laute die Devise.