Straßenverkehr - Wenige Beanstandungen bei Motorradkontrollen am Wochenende / Zwei Schwerverletzte bei Unfällen Die Polizeistatistik und die gefühlte Zahl rasender Biker

Von 
Kai Segelken
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Nicht alle Motorradfahrer halten sich – wie dieser Biker bei Lindenfels – an die Verkehrsregeln und vor allem die geltenden Tempolimits. © Neu

Bergstraße. Motorradfahrer, die sich nicht an die Verkehrsregeln handeln, sind seit jeher ein Reizthema, an dem sich nicht nur die Geister der Biker selbst scheiden. Betroffen sind auch die Menschen, die an hoch frequentierten Straßen wohnen und bisweilen eine gefühlte Zahl von Rasern auf zwei Rädern empfinden, die von der Polizeistatistik deutlich abweicht – so auch wieder am vergangenen Wochenende.

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Die beamten des Polizeipräsidiums Südhessen wissen um die Problematik und führen seit Beginn der Biker-Saison an jedem Wochenende intensive Kontrollen in ganz Südhessen durch. Ihre Bilanz: Zwischen Freitag und Sonntag kontrollierten die Beamten auf den bekannten Ausfahrtsstrecken mehr als 400 Motorradfahrer.

Am Freitag in der Zeit zwischen 11 und 18.30 Uhr richteten die Beamten dabei erneut ihr Augenmerk auf die beliebten Strecken im Odenwald und an der Bergstraße, darunter die Strecken zwischen Hetzbach und Ober-Sensbach sowie zwischen Reußenkreuz und Schöllerbach. Im Ergebnis zeichnete sich ab, dass sich die Mehrheit der Fahrer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hielten und auch die Maschinen keine gravierenden technischen Veränderungen aufwiesen. Lediglich zwei Motorräder wurden aufgrund ihrer Lautstärke sichergestellt. Für eine abschließende Beurteilung werden beide Motorräder einem amtlichen Sachverständigen vorgeführt.

Am Sonntag wurden im Rahmen einer Geschwindigkeitsüberwachung auf der Kreisstraße im Brombachtal insgesamt 778 Fahrzeuge – darunter 409 Motorräder – gemessen. Hierbei missachteten insgesamt 95 Motorradfahrer die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit. Für 62 Biker mündeten die Verstöße in Verwarnungsgelder. 33 Fahrer werden sich dagegen auf deutlich höhere Bußgelder sowie Punkte in Flensburg einstellen müssen. Fünf weiteren Bikern drohen zusätzlich Fahrverbote von mindestens einem Monat – darunter der unrühmliche Spitzenreiter des Tages, der mit Tempo 129 bei erlaubtem Tempo 70 gemessen wurde. Ihn erwartet ein Bußgeld von 240 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot. Der technische Zustand der Motorräder zeigte sich in der Mehrheit auch an diesem Tag besondere an den Schalldämpferanlagen ohne größere Beanstandungen.

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Anwohner an der Strecke zwischen Lindenfels und dem Gumpener Kreuz erlebten dagegen gefühlt unzählige Motorradfahrer, die die Straße mit einer Rennstrecke verwechselten und die Motoren hochdrehten, obwohl maximal Tempo 50 erlaubt ist.

Per Hubschrauber in die Klinik

Motorradfahrer gefährden mit einem solchen Fahrverhalten nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen Verkehrsteilnehmer. Andererseits sind sie selbst leichter Opfer eines Verkehrsunfalls, weil ihre schmale Silhouette nicht immer rechtzeitig erkannt wird. Kommt es zu einem Unfall, sind die Verletzungen häufig schwerer, weil Biker deutlich weniger gut geschützt sind als Menschen, die in einem Auto sitzen.

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Beispiele dafür ereigneten sich auch am vergangenen Wochenende wieder. So kam es am Sonntag gegen 13.20 Uhr auf der A 659 zwischen Viernheim und Mannheim zu einer folgenschweren Karambolage, an der zwei Pkw und ein Motorrad beteiligt waren. Der 54 Jahre alte Biker musste schwer verletzt im Krankenhaus notoperiert werden, die Fahrbahn war für mehrere Stunden voll gesperrt, den Sachschaden beziffert die Polizei auf rund 35 000 Euro. Der Unfallhergang ist ungeklärt, ein Sachverständiger wurde hinzugezogen, die drei beteiligten Fahrzeuge auf Anordnung der Staatsanwaltschaft sichergestellt. Zeugen werden gebeten,, sich mit dem Autobahnpolizeirevier Mannheim-Seckenheim (Telefon 0621 / 470930) in Verbindung zu setzen.

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Mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht werden musste ein Motorradfahrer am Samstag nach einem Unfall bei Schriesheim. Der 56 Jahre alte Mann war mit einem Opel zusammengeprallt, dessen Fahrer den Biker beim Abbiegen übersehen hatte. Der 34 Jahre alte Fahrer des Opels hatte sich zudem nach Mitteilung der Polizei unter Drogen ans Steuer gesetzt. Die Höhe des Sachschadens liegt in diesem Fall nach Angaben der Ermittler in einer Größenordnung von 13 000 Euro.

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Redaktion Kai Segelken ist Redakteur beim Bergsträßer Anzeiger im Ressort Region.