Gastronomie - Durchwachsene Bilanz der Restaurant-Inhaber nach den ersten Tagen der Wiedereröffnung / Lichtblick am Vatertag „Die Freiheit nutzen und Gastronomen unterstützen“

Von 
Sina Roth
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Feierabend-Bierchen am „Vatertag“ im Biergarten am „Halben Mond“ in Heppenheim. © Zelinger

Bergstraße. Einen gemütlichen Abend mit leckerem Essen im Lieblingsrestaurant verbringen oder ein kühles Blondes im Biergarten genießen – seit dem 15. Mai ist das wieder möglich. Doch noch zeigen sich die ausgehfreudigen Bergsträßer ungewohnt zurückhaltend. Ein Lichtblick war der Vatertag, an dem einige Familien und Väter mit ihren Kindern eingekehrt sind, berichten Gastronomen im Gespräch mit dieser Zeitung.

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Von den ohnehin schon deutlich reduzierten Sitzplätzen in den Restaurants bleiben momentan noch viele Stühle unbesetzt. Ein Dämpfer für die Gastronomen, die den Neustart trotz verschärfter Corona-Hygienemaßnahmen gewagt haben und die auf die Unterstützung der Bergsträßer hoffen. „Wir können aktuell nur 30 Prozent unserer Plätze zur Verfügung stellen, doch im Durchschnitt sind nur zehn Prozent besetzt“, berichtet Hanieh Pirouz, Inhaberin des Bunten Löwen in Zwingenberg, und das, obwohl ursprünglich der Monat Mai bei ihnen schon ausreserviert war. „Wir bitten darum, gerade jetzt bewusst essen zu gehen und so die Gastronomen zu unterstützen, statt wie gewöhnlich eine Kugel Eis mal einen Becher zu essen, denn jeder Cent zählt.“

Die Gäste, die in den vergangenen Tagen – besonders am Wochenende und auch am „Vatertag“ – im Bunten Löwen waren, seien gut informiert gewesen und alle zeigten Verständnis für die Regeln, die es momentan einzuhalten gilt. Nachfragen kämen jedoch gerade hinsichtlich der Daten, die die Gäste beim Restaurantbesuch angeben müssen. Name, Telefonnummer, Adresse und optional die E-Mail Adresse jedes Gastes wird aktuell notiert und in einem Ordner für vier Wochen verwahrt, bis sie letztlich vernichtet werden. Der Sinn dieser Datenerhebung ist es, dem Gesundheitsamt die Nachverfolgung von Infektionsketten zu erleichtern. Trotz allem versteht Pirouz die Bedenken der Gäste. „Für mich ist es auch ein komisches Gefühl, wenn ich meine Daten angeben muss. Doch wir sollten die neu gewonnene Freiheit nutzen, um uns gegenseitig zu unterstützen.“

Reservieren hilft beiden Seiten

Erfreulich angelaufen sei der Neustart im Halben Mond in Heppenheim, wie Hotelchef Jeroen Maes berichtet: „Gerade an Vatertag waren viele Gäste bei uns. Sie halten sich an die Regeln und freuen sich darüber, wieder ausgehen zu können.“ Bedenken hinsichtlich der Hygiene in der Gastronomie müsse man auch in der Coronakrise nicht haben, wie Maes betont: „Wir sind hygienisch sehr gut aufgestellt, das waren wir auch vor Corona.“ Wo ohnehin regelmäßig geputzt wurde, werde jetzt in Coronazeiten zusätzlich Desinfektionsmittel eingesetzt. Vor dem Besuch sei es übrigens ratsam, zu reservieren. Das helfe den Gastronomen und Gästen gleichermaßen: „Gerade in kleineren Restaurants kann man so vermeiden, dass Gäste kommen und doch kein Tisch frei ist“, so Maes. Am Telefon könne man vorab die Reservierungen checken und so einen Alternativtermin vereinbaren, falls zur gewünschten Zeit schon alles belegt ist.

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„Durch das gute Wetter der letzten Tage, gerade auch am ,Vatertag’, hatten wir einige Gäste hier“, berichtet Toni Di Sciascio aus dem Rossini in Bensheim. Dabei sei der Gastronom gerade auch auf sonnige Tage angewiesen, denn im Gastraum selbst stehen aktuell nur wenige Plätze zur Verfügung. „Auch wenn es gerade dann hart ist, den ganzen Tag mit Maske herumzulaufen – unsere Gäste sind zuvorkommend und wir sind zufrieden, wenn es so weitergeht.“