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Pandemie

Die Corona-Infos kommen nicht bei allen Migranten im Kreis Bergstraße an

Von 
Sina Roth
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Bergstraße. Informationen für Migranten zum Coronavirus und zur Impfung gibt es zwar – allerdings kommen sie aus verschiedensten Gründen nicht an. Das meldet eine Bergsträßerin, die ehrenamtlich Flüchtlinge im Raum Bensheim betreut, in diesem Artikel jedoch anonym bleiben möchte.

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„Ich sehe das Ganze aus der Sicht meines Wohnortes. Die Probleme betreffen nicht die Menschen in Gemeinschaftsunterkünften die noch mit dem Sozialamt oder Jobcenter verknüpft sind. Es betrifft all diejenigen, die privat wohnen und keinen oder nur einzelne Kontakte zu Ehrenamtlichen haben“, betont sie.

„Das Problem betrifft uns alle“

Ja, es gebe Infos, sie seien jedoch für die meisten nur schwer zu finden. Grund hierfür sei unter anderem, dass man erst einmal zu viel deutsche Texte lesen müsse, um am Ende zu fremdsprachlichen Informationen zu kommen.

„Dazu kommt, dass diese Infos selbstständig gesucht werden müssen. Die Menschen müssen wissen, dass es so etwas auf den Internetseiten der Stadtverwaltung oder des Kreises geben könnte.“ Selbstständiges Suchen bedeute auch, dass seriöse Quellen bekannt sein müssen, um sie von unseriösen unterscheiden zu können. Oft sei auch nicht genügend Datenvolumen auf den Endgeräten der Migranten vorhanden, um nach solchen Informationen zu suchen. „Es reicht einfach nicht, zu sagen, dass man im Internet nachschauen kann. Denn viele können das eben nicht.“

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Die Problematik trage dazu bei, dass weiterhin Falschinformationen unter den Migranten kursieren. „Und jeder, der nicht oder falsch informiert ist, kann letztlich uns allen schaden. Es ist kein Problem, das nur die Geflüchteten betrifft.“

Auf Anfrage dieser Zeitung berichtet der Pressesprecher des Kreises, Johannes Bunsch, wie der Sachstand in der Kommunikation mit Migranten ist.

„Der Bedarf an fremdsprachigen Informationen zum Coronavirus, den Coronaregeln und dem Impfen sowie Angeboten in leichter Sprache für Personen mit geringen Deutschkenntnissen war von Bund und Ländern sehr frühzeitig erkannt worden. Da alle Kreise und kreisfreien Städte innerhalb eines Bundeslandes den gleichen Bedarf haben, ist die zweckmäßigste Ebene, diese Informationen bereitzustellen, die von Bund und Ländern.“

Hinweise in Text- und Videoform

Es gebe ein entsprechendes, sehr umfassendes fremdsprachiges Informationsangebot mitsamt Videos der hessischen Landesregierung, der Bundesregierung und auch bei den im Zusammenhang mit Corona wichtigen Einrichtungen, wie beispielsweise dem Robert-Koch-Institut und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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„Der Kreis Bergstraße hat von Beginn der Pandemie an diese fremdsprachigen Angebote an hervorgehobener Stelle auf der Kreis-Website direkt verlinkt ( https://bit.ly/35YcmBi ). Die entsprechenden Angebote findet man auch auf der Webseite der Integrationsbeauftragten des Kreises Bergstraße ( https://bit.ly/3hfADaX ).“

Der Kreis Bergstraße habe außerdem ein eigenes Video gedreht, in dem in verschiedenen Sprachen die AHA-Regeln zusammengefasst seien und auf die Informationsangebote hingewiesen werde.

„Das Video wurde über die sozialen Medien insbesondere an Personen mit Migrationshintergrund im Kreis Bergstraße geteilt. Es gibt also ein sehr umfassendes fremdsprachiges Angebot zu Corona, das sehr leicht und auf zahlreichen Wegen zugänglich ist, so auch über die Homepage des Kreises Bergstraße.“

Im Alltag habe sich jedoch gezeigt, dass dennoch viele Migranten aufgrund von Falsch- und Fehlinformationen Angst haben, beispielsweise vor der Impfung, weiß die Ehrenamtliche. Es sei daher wichtig, gerade hier anzusetzen und den Menschen ihre Ängste zu nehmen, indem Falschinformationen als solche aufgedeckt und diese mithilfe von notwendigen Infos ausgeräumt werden.

Menschen ihre Ängste nehmen

„Man müsste die Menschen persönlich erreichen, mit Flyern in verschiedenen Sprachen; sie an viel besuchten Orten ansprechen. Sicher finden sich hierfür auch einige Ehrenamtliche und Integrationslotsen.“ Wichtig sei, dass die angebotenen Infos kurz und einfach gehalten seinen, und sich nicht wiederholen. „Sie müssen auf die Ängste, Zweifel und Mythen eingehen. Und am besten funktioniert das, wenn man miteinander darüber spricht.“

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