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Pandemie

Delta-Variante breitet sich im Kreis Bergstraße aus

Von 
Konrad Bülow
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In der 26. Kalenderwoche hat der Anteil der Corona-Infektionen mit der Delta-Variante im Kreis zugenommen: Zu dieser Zeit betrug er 62 Prozent, in der Vorwoche waren es zehn Prozent. © DPA

Bergstraße. Der Anteil der Delta-Variante an den Corona-Infektionen im Kreis Bergstraße ist in den vergangenen Wochen in die Höhe geschossen. Analysen von Virusproben haben ergeben, dass diese Mutation in der Kalenderwoche 26 – jener, in der der Juni endete und der Juli begann – bei 62 Prozent der Fälle vorlag. In der Woche davor waren es noch zehn Prozent, davor neun und eine weitere Woche früher zwei Prozent. Diese Zahlen stellte Gesundheitsdezernentin Diana Stolz in der jüngsten Video-Pressekonferenz des Kreises zur Pandemie-Lage vor.

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„Man muss dazu wissen, dass nicht jede Probe sequenziert werden kann“, betonte Stolz. Große Bedeutung habe die Variante auch bei einem Infektionsherd in Fürth, dessen Ursache in einem Treffen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegen soll. Bisher werden diesem Herd 24 Infizierte zugeordnet. 13 davon steckten sich demnach mit der Delta-Variante an. Ergebnisse von Virusproben liegen immer erst nach einiger Zeit vor.

35 Ansteckungen trotz Impfung

Die Zahlensammlung der Dezernentin sieht ansonsten Licht und Schatten. Die Sieben-Tage-Inzidenz an Neu-Infektionen bezifferte Stolz für Donnerstag auf genau 10, kündigte aber an, dass der Wert heute wieder steigen wird. Von den 22 Städten und Gemeinden im Kreis liege bei der Inzidenz keine Kommune über 50, 14 sogar bei Null. Weder Kindergärten noch Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge seien derzeit von Infektionen betroffen. An drei Schulen gebe es Fälle – an zwei Einrichtungen je einen, an der dritten sechs. Sie alle hingen mit dem Infektionsherd in Fürth zusammen.

In allen Altersgruppen liege die Inzidenz unter 50, am höchsten sei sie mit 31 bei den 16- bis 30-Jährigen. Das Durchschnittsalter der Infizierten liege bei 27.

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Auch im Kreis Bergstraße gebe es Fälle, in denen sich Genesene erneut mit dem Coronavirus ansteckten. 23 solcher „Re-Infektionen“ im Kreisgebiet seien bekannt. Es gebe zudem 35 Fälle, in denen sich Personen infizierten, obwohl sie bereits geimpft waren, sogenannte „Impfdurchbrüche.“ Neun davon seien in Krankenhäusern stationär behandelt worden, zum großen Teil hätten diese Personen aber an anderen, gleichzeitigen Grunderkrankungen gelitten. „Der Eindruck im Gesundheitsamt ist, dass die Symptomatik bei Durchgeimpften leichter ist“, hob die Kreisbeigeordnete hervor.

Das Team des Bergsträßer Impfzentrums habe bisher 84 203 Erst- und 71 834 Zweitimpfungen verabreicht, teilt die Pressestelle des Kreises mit. Hinzu kommen nach Angaben des hessischen Sozialministeriums 89 162 Impfungen in Bergsträßer Arztpraxen, davon 52 958 Erst-, 32 159 Zweit- und 4045 Einmalimpfungen. Dass die Zahlen zurückgehen, macht Landrat Christian Engelhardt nachdenklich, wie dieser deutlich machte.

Aktionen für Jugendliche

Immerhin verfüge das Impfzentrum nun über genug Dosen, um Sonder-Aktionen anzubieten. Bisher sei das seltener gewesen, weil etwa Impfstoff für sogenannte Kreuzimpfungen vorgehalten werden musste, bei denen sich Menschen Mittel von zwei verschiedenen Herstellern verabreichen lassen. Die Zweitimpfungen in diesem Bereich seien nun aber sichergestellt, erklärte Engelhardt.

Gut laufe die bereits begonnene Aktion mit dem Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson. Aktuell sei das mobile Team unterwegs, um Geflüchtete aus Unterkünften zu impfen, die nicht als Gemeinschaftsunterkünfte priorisiert wurden. „Es ist weniger schwierig als zuvor, ein Impfangebot zu bekommen“, betonte der Landrat. Außerdem plane der Kreis mehrere Impfaktionen für Jugendliche. Nächste Woche – schon in den Ferien – solle eine Aktion für Berufsschüler starten.

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Engelhardt verwies auch auf die neuen Regeln für die ersten Wochen nach den Sommerferien, die das Land Hessen plant. Demnach soll es in den ersten 14 Tagen drei statt bisher zwei Pflicht-Schnelltests geben. Für denselben Zeitraum gilt dann wieder eine Maskenpflicht am Sitzplatz.

Redaktion Redakteur für das Ressort Lautertal/Lindenfels, Autor im Ressort Region. Bei Bedarf Unterstützer im Lokalsport

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